Zwillingsschwangerschaft: Bauch Entwicklung, Risiko & Geburt

Eine Zwillingsschwangerschaft ist für viele Eltern eine freudige Überraschung. Doch wie bei allen Mehrlingsschwangerschaften, kommen mit der doppelten Freude auch zusätzliche Fragen auf. Wie eine Zwillingsschwangerschaft verläuft, mit welchen Komplikationen werdende Eltern rechnen müssen und wie sie nach der Geburt mit ihren Kindern umgehen sollten, um allen Bedürfnissen gerecht zu werden, erfahren Sie in diesem Artikel.

Erste Anzeichen für Zwillinge

Anders als bei einer normalen Schwangerschaft, gibt es bei der Zwillingsschwangerschaft Unterschiede bei den frühen Anzeichen. Typischerweise sind dies:

  • Stärker verlaufende frühe Schwangerschaftsanzeichen: Bei zwei Kindern im Bauch kommt es häufiger zu Erbrechen, intensiveren Kopfschmerzen, Müdigkeit, Spannungsgefühl in den Brüsten, etc.
  • Im Ultraschall ist ein doppelter Herzschlag zu sehen: Zwei Kinder besitzen zwei Herzen. Diese kann der Frauenarzt im Ultraschall sichtbar machen. Ab der 6. SSW lassen sich die Kinder auf dem Ultraschallbild identifizieren.
  • Die Gewichtszunahme in den Schwangerschaftswochen ist bei Zwillingen erhöht, sodass die Gewichtskurve in der Schwangerschaft anders verläuft.
  • Ein weiteres Anzeichen der Zwillingsschwangerschaft ist die Größe der Gebärmutter im Bauch. Diese benötigt natürlich mehr Platz für die Entwicklung und wächst entsprechend stärker.

Zwillingsschwangerschaft – Wahrscheinlichkeit, Entwicklung und Ablauf im Bauch

Eine Zwillingsschwangerschaft entwickelt sich entweder auf eineiiger oder zweieiiger Basis. Bei Mehrlingsschwangerschaften kommen verschiedene Kombinationen von eineiigen oder zweieiigen Zwillingen im Bauch vor. Insbesondere, wenn die Schwangere bereits über 35 Jahre alt ist und schon Kinder geboren hat, ist eine derartige Entwicklung im Bauch wahrscheinlich. Gleiches gilt, wenn eine Fertilitätsbehandlung stattgefunden hat. Dann ist die Wahrscheinlichkeit für eine Zwillingsschwangerschaft am größten (mehr zum Thema künstliche Befruchtung finden Sie unter heterologe Insemination oder Heiminsemination). Die Wahrscheinlichkeiten für Mehrlinge sehen nach der sogenannten Hellin-Hypothese wie folgt aus:

  • Zwillinge: ca. 1,2 Prozent
  • Drillinge: ca. 0,01 Prozent
  • Vierlinge: ca. 0,0002 Prozent
  • Fünflinge: ca. 0,000002 Prozent

Laut Statista liegt der effektive Wert für die Wahrscheinlichkeit von Zwillingen in Deutschland etwa dreimal so hoch bei ca. 3,5%.

Zwillingsschwangerschaft
Eine Zwillingsschwangerschaft ist eine schöne Überraschung für die werdenden Eltern, gilt jedoch als Risikoschwangerschaft und bedarf besondere Beobachtung.

Zur Entwicklung eineiiger Zwillinge kommt es, wenn sich eine befruchtete Eizelle in einem frühen Stadium in zwei Zellkerne mit identischen Erbanlagerungen und in zwei unabhängige Embryonen teilt. Diese wandern zur Gebärmutter und nisten sich dort in einer eigenen Fruchthöhle ein, was bedeutet, dass sich für jedes Embryo auch eine eigene Plazenta entwickelt. Wenn in einem Zyklus zwei Eizellen gleichzeitig reifen und befruchtet werden, kann es im Bauch zur Entwicklung zweieiiger Zwillinge kommen. Diese können sich von Geschlecht und Erbanlagen unterscheiden. Wenn sich eine befruchtete Eizelle erst zu einem späten Zeitpunkt in zwei Zellkerne teilt, die bereits bestimmte Organanlagen gemeinsam ausgebildet haben, kann es im Bauch zur Entwicklung einer Zwillingsschwangerschaft mit siamesischen Zwillingen entstehen. Diese sind immer gleichgeschlechtlich und haben identische Erbanlagen.

Zwillingsschwangerschaft gilt medizinisch als Risikoschwangerschaft

Da eine Zwillingsschwangerschaft den Körper belastet und im späteren Schwangerschaftsverlauf zu Komplikationen führen kann, gilt sie medizinisch grundsätzlich als Risikoschwangerschaft. Meist genießen Schwangere ihre Zwillingsschwangerschaft ohne Beschwerden oder Komplikationen. Allerdings leiden sie vermehrt unter frühen Schwangerschaftsanzeichen. Im weiteren Schwangerschaftsverlauf ist das Risiko für Plazentainsuffizienz oder Blutungen in der Frühschwangerschaft etwas erhöht. Im Ultraschall einer Mehrlingsschwangerschaft lassen sich Zwillinge mit getrennten Fruchthöhlen zwischen der 8. SSW und der 12. SSW erkennen, wohingegen sich im Ultraschall ab der 16. SSW gemeinsame oder getrennte Fruchthöhlen nicht mehr differenzieren lasen.

Eine gemeinsame Fruchthöhle zählt zu den Risikofaktoren einer Zwillingsschwangerschaft und wird daher bei Schwangerschaftsuntersuchungen sorgfältig beobachtet. Da weitere Risiken Wachstumsverzögerungen, eine Unterversorgung der Kinder oder Anzeichen für vorzeitige Wehen sein können, werden Schwangere, die Mehrlinge erwarten häufiger untersucht, als andere. Bei Komplikationen in der Entwicklung müssen regelmäßige Kontrollen durchgeführt werden, sodass ein stationärer Aufenthalt im Krankenhaus erforderlich wird. Um den Bauch zu stützen und den Rücken zu entlasten, sollte während der Schwangerschaft unbedingt ein Bauchgurt in der Schwangerschaft getragen werden.

Zwillingsschwangerschaft – Geburt im Krankenhaus

Bei einer Zwillingsschwangerschaft sollte man mit einer vorzeitigen Geburt rechnen. Tritt diese allerdings nicht ein, wird die Geburt spätestens in der 38. SSW eingeleitet und ein geplanter Kaiserschnitt durchgeführt. Daher sollte die Schwangere ihre Krankenhaustasche für die Geburt rechtzeitig packen und die Baby Erstausstattung Liste durchgehen, um jedes Zubehör, insbesondere Kleidung, Fläschchen und Babyschale, parat zu haben. Der Mutterschutz bei Zwillingen beginnt wie bei jeder Schwangerschaft sechs Wochen vor dem Geburtstermin, wird jedoch für zwölf Wochen gewährt. Weitere Informationen für die Zeit nach der Zwillingsschwangerschaft finden Sie auch unter:

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