Gewichtskurve Schwangerschaft: 14Kg Gewichtszunahme in 30 Wochen

Die Gewichtskurve in der Schwangerschaft beginnt ab der achten Schwangerschaftswoche anzusteigen und erreicht den Höhepunkt zum Zeitpunkt der Geburt. Dieser Artikel erläutert wie die Gewichtszunahme von ca. 14Kg zustande kommt und welche Risikofaktoren durch Unter- und Übergewicht bestehen. In diesem Zusammenhang wird auch der Einfluss des BMI auf die Gewichtskurve in der Schwangerschaft betrachtet und die Kontrolle der Gewichtszunahme durch den Arzt thematisiert. Zu guter Letzt gibt es Ernährungstipps für alle Mütter, die mit ihrem Gewicht unzufrieden sind.

1. Gewichtskurve Schwangerschaft: Wie und warum sich der Körper verändert

In der Schwangerschaft wächst nach einer Einnistungsblutung in Ihrem Körper ein neues Baby heran. Damit es sich prächtig entwickelt und  gut gedeiht, muss es mit ausreichend Nährstoffen versorgt werden. Ab der achten Schwangerschaftswoche (SSW) beginnt sich das Gewicht des Babys merklich zu entwickeln. Bis zur Geburt wird es ca. 3,5 Kg wiegen, das Gewicht der Mutter wird bis zum Ende der Schwangerschaft auf ca. 14 Kg ansteigen. Natürlich ist jeder Mensch unterschiedlich, sodass diese Angaben Toleranzen aufweisen, die nach oben und unten hin abweichen. Eine Empfehlung für die Gewichtszunahme kann der nachfolgenden Gewichtskurve „Schwangerschaft“ nach Westin entnommen werden:

Gewichtskurve Schwangerschaft nach Westin

Gewichtskurve „Schwangerschaft“ nach Westin: Der Körper der Mutter nimmt bis zur Geburt ca. 14Kg zu. Die Ober- und Untergrenzen markieren den Toleranzbereich für natürliche Gewichtsschwankungen. [Zum Vergrößern Bild anklicken]

Die Gewichtszunahme der schwangeren Mutter erfolgt in der Gewichtskurve zwar kontinuierlich, allerdings können beim Gewichtsverlauf auch Schwankungen auftreten, die zum Beispiel durch das Essverhalten, Fitness, Statur oder sonstige Beeinflussungen der Lebensumstände während der Schwangerschaft bedingt sind. Wenn der werdenden Mutter das Gewicht des Bauches zu schwer wird, dann kann mit einem Bauchgurt oder Stützgurt der Rücken entlastet und Schwangerschaftsstreifen vorgebeugt werden. Mit der passenden Schwangerenmode oder einer Hosenerweiterung in der Schwangerschaft kann der Babybauch elegant kaschiert werden.

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In jedem Fall ist es wichtig, dass Sie sich bei idealisierten Diagrammen, wie der Gewichtskurve Schwangerschaft, darüber im Klaren sind, dass hierbei versucht wird unterschiedliche Menschen in ein Modell zu „pressen“. Jeder Mensch funktioniert jedoch anders und ist in sich etwas Besonderes. Seien Sie also nicht gleich beunruhigt, nur weil Sie nicht der „Norm“ entsprechen. Die Schwankungen im Gewichtsverlauf können auch banale Gründe haben, sicherheitshalber ist es in der Schwangerschaft jedoch ratsam einen Arzt zu konsultieren, wenn Sie der Meinung sind, dass etwas nicht stimmt.

2. Diese Faktoren bestimmen die Gewichtszunahme in der Schwangerschaft

Die sprichwörtliche Luft und Liebe sind zwar zwei gute Grundlagen für die Entwicklung des Babys, reichen alleine aber nicht aus, um eine Gewichtszunahme von ca. 14 Kg der schwangeren Mutter zu erklären. Um den Einfluss einzelner Körperbestandteile auf die Gewichtskurve besser zu verstehen, dient die nachfolgende Tabelle mit dem visualisierten Diagramm:

Gewichtskurve Schwangerschaft Körperteile

Die Gewichtszunahme beträgt während der Schwangerschaft durchschnittlich ca. 14 Kg. Die Grafik zeigt auf welche Körperteile sich die zusätzlichen Pfunde verteilen. [Zum Vergrößern bitte anklicken]

Es zeigt sich, dass jeweils ungefähr ein halbes Kilo auf die Nachgeburt, sowie das Wachstum der Brüste (zum Stillen) entfällt. Fruchtwasser und Gebärmutter machen zusammen ungefähr 2,5 Kg aus. Damit das Kind mit ausreichend Nährstoffen versorgt werden kann, produziert der Körper circa zwei Kilogramm Blut extra. Im Laufe der Schwangerschaft bilden sich zusätzliche (Fett-)Reserven der Mutter, welche bei der Gewichtskurve ebenfalls mit zwei Kilogramm zu Buche schlagen. Neben dem Baby, dass kurz vor der Geburt mit ca. 3,5 Kg Kampfgewicht aufwarten kann, ist das größte Zusatzgewicht in Höhe von ca. 3 Kg durch Flüssigkeitseinlagerungen im Körper bedingt. Die Entwicklung der Gewichtskurve des Babys ab der achten Schwangerschaftswoche bis zur Geburt kann der nachfolgenden Tabelle und dem zugehörigen Diagramm entnommen werden:

Gewichtskurve Schwangerschaft Baby

Die Gewichtskurve zeigt die Gewichtszunahme des Babys in der Schwangerschaft. Ab SSW 8 nimmt das Baby zu und wiegt bei der Geburt ca. 3,5 Kg. [Zum Vergrößern Bild anklicken]

3. Unter- und Übergewicht sind Risikofaktoren

Unter- oder Übergewicht können sich negativ auf die Entwicklung des Kindes auswirken und auch ungewollte Folgen für die Mutter haben. Nachfolgend werden einige Risiken aufgezählt, die sich aus einer Abweichung von der in Kapitel 1 vorgestellten Gewichtskurve „Schwangerschaft“ nach Westin ergeben. Untergewicht kann beispielsweise dazu führen, dass für das Neugeborene die Gefahr einer Frühgeburt steigt. Langzeitschäden, Nährstoffmangel, zu niedriges Geburtsgewicht oder ein erhöhtes Risiko zu späterem Übergewicht können weitere negative Auswirkungen sein. Die Mutter kann sich durch die Unterernährung ebenfalls dem Risiko einer Anämie, dem Mangel an roten Blutkörperchen aussetzen. Wer die Gewichtskurve „Schwangerschaft“ nach Westin in Richtung des Übergewichtes überschreitet, erhöht das Risiko auf hohen Bluthochdruck, Schwangerschaftsdiabetes und eine komplikationsreiche Geburt, da der Geburtskanal oftmals zu eng bzw. das Kind zu groß ist. Wichtig ist es dem Übergewicht während der Schwangerschaft nicht mit einer Diät entgegen zu treten, da dem Baby sonst die benötigten Nährstoffe entzogen werden können.

4. Der Einfluss des Body-Mass-Index (BMI) auf die Gewichtskurve in der Schwangerschaft

Der Body-Mass-Index (BMI) hat maßgeblichen Einfluss darauf wie der Gewichtsverlauf in Ihrer Gewichtskurve „Schwangerschaft“ aussehen soll und hat sich als Gradmesser für Gewichtsempfehlungen etabliert. Ihren BMI können Sie bequem mit diesem BMI-Rechner ermitteln. Als Faustregel gilt, dass Sie umso mehr zunehmen sollten, je dünner Sie sind. Unsere nachfolgende Tabelle über die Gewichtszunahme in der Schwangerschaft, zeigt die Abhängigkeit vom Body-Mass-Index für alle Körpertypen und beinhaltet sowohl die Variante mit einem Kind als auch bei einer Zwillingsschwangerschaft:

Gewichtszunahme BMI

Die Grafik zeigt die empfohlene Gewichtszunahme in Abhängigkeit vom BMI. Die grünen Spitzen symbolisieren den Bereich der Gewichtsschwankungen. [Zum Vergrößern Bild anklicken]

5. Gewichtskontrolle: Gewichtszunahme durch den Arzt untersuchen lassen

Der Arzt untersucht im Rahmen der Schwangerschaftsuntersuchungen ca. alle vier Wochen die Gewichtszunahme und vermerkt diese im Mutterpass. Auf dieser Weise kann er Ihnen mitteilen, wenn Sie zuwenig essen oder über ihrem Limit sind. Falls Sie zu der Sorte Mutter gehören, die Vorsorgeuntersuchungen gegenüber ähnlich aufgeschlossen ist wie der Teufel dem Weihwasser, dann sollten Sie bei ernsthaften Bedenken wegen Ihres Gewichtes zwingend einen ärztlichen Rat einholen. Es geht schließlich nicht nur um Ihre Gesundheit, sondern vorallem auch um die des ungeborenen Kindes. Fälle in denen der Rat eines Arztes in Betracht gezogen werden sollten sind beispielsweise:

  • starke Gewichtszunahme
  • andauernde Stagnation des Gewichtes  in der zweiten Schwangerschaftshälfte
  • abnehmendes Gewicht in der zweiten Schwangerschaftshälfte

 6. Ernährungsberatung: So haben Sie die Gewichtskurve in der Schwangerschaft im Griff

Wie bereits erwähnt, untersuchen Ärzte zwar im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung die Gewichtsentwicklung, jedoch wird oftmals keine spezifische, sondern nur eine sehr allgemeine Ernährungsberatung vorgenommen. Bei stark übergewichtigen Menschen kann der Arzt auch an einen spezifischen Ernährungsberater verweisen, viele Krankenkassen erstatten auf Antrag hierfür auch die Kosten. Es empfiehlt sich daher den Arzt bei Bedarf darauf anzusprechen. Auch ohne fachspezifische Beratung ist es für Schwangere möglich, ihre Gewichtsentwicklung in normale Bahnen zu lenken. Schwangere benötigen lediglich 250 bis 500 kcal mehr pro Tag (entspricht ca. einem Käsebrot) und sollten daher versuchen, den berüchtigten Heißhungerattacken zu widerstehen und sich von verbotenen Lebensmitteln in der Schwangerschaft fern zu halten. Die andernfalls unnötig angefressenen Pfunde sind in den ersten Monaten nach der Schwangerschaft schwierig abzutrainieren! Versuchen Sie lieber mit einer gesunden Ernährung Ihrem Kind alle Nährstoffe zuzuführen und einen ausgewogenen Mix aus Vollkornprodukten, Milch oder Käse, Obst und Gemüse, Fleisch oder Fisch, sowie natürlichen Ölen zu sich zu nehmen.