Risikoschwangerschaft: Die 9 wichtigsten Kriterien & Ursachen

Eine Risikoschwangerschaft bezeichnet eine Schwangerschaft, bei der die erhöhte Gefahr besteht, dass es während der Schwangerschaft oder bei der Geburt zu Komplikationen kommt. Diese Schwangerschaftskomplikationen treten häufiger ab einem bestimmtem Alter der Frau oder des Mannes (besonders ab 35 Jahren) auf und werden im Mutterpass vermerkt:

Wann eine risikoreiche Schwangerschaft vorliegt und alles über die Kriterien zum Beschäftigungsverbot erfahren Sie in diesem Artikel.


Was ist eine Risikoschwangerschaft und was zahlt die Krankenkasse?

Etwa 20 Prozent der Schwangerschaften werden laut Statistiken der Krankenkassen als Risikoschwangerschaft eingestuft. Diese Einstufung bedeutet allerdings nicht zwangsläufig, dass es im Schwangerschaftsverlauf zu Schwangerschaftskomplikationen kommen muss. Denn es weist lediglich darauf hin, dass bei den Untersuchungen Ursachen entdeckt wurden, die eine intensivere Überwachung benötigen. Die Krankenkasse kommt in der Regel für die Kosten der drei Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft auf. Bei diesen Untersuchungen werden alle Kriterien, wie

  • Alter
  • Diabetes
  • bereits erlittene Fehlgeburt / Frühgeburt
  • Übergewicht
  • etc.

abgefragt und Gründe einer Risikoschwangerschaft gesucht. Damit möchte man die Ursachen, ab wann eine Einstufung als Risikogeburt erfolgt, frühzeitig erkennen.

Sollte eine komplizierte Schwangerschaft vorliegen, werden die Kosten für weiterführende notwendige Untersuchungen übernommen, z.B.

  • Fruchtwasseruntersuchung
  • Kardiotokographie (CTG)
  • weitere Untersuchungen mit Ultraschall

Diesen zusätzlichen Untersuchungen muss die Schwangere durch den Arzt allerdings ausdrücklich zustimmen, nachdem ein ausführliches Aufklärungsgespräch über Sinn und Zweck der Untersuchung im Ultraschall erfolgt ist. Aufgrund der heutigen therapeutischen und diagnostischen Möglichkeiten können inzwischen viele chronisch kranke Frauen ihren Kinderwunsch trotzdem erfüllen.

Risikoschwangerschaft

Eine Risikoschwangerschaft kann Komplikationen im Schwangerschaftsablauf verursachen und bedarf daher intensiverer Beaufsichtigung und Untersuchungen durch den Frauenarzt.

Risikoschwangerschaft – Anzeichen, Gründe und Ursachen

Eine Risikoschwangerschaft kann man an verschiedenen Anzeichen erkennen, wie z.B. an Erkrankungen der Nieren und der Leber oder an starkem Übergewicht.

ind die Blutdruckwerte höher als 140/90 mmHg oder liegt die Eiweiß-Ausscheidung in 24 Stunden bei einem Gramm oder höher, so liegt vermutlich eine EPH-Gestose vor (Präeklampsie).

Die Frau hat bei einer Schwangerschaftsvergiftung auch vermehrt mit Wassereinlagerungen zu kämpfen  und nimmt insbesondere im letzten Schwangerschaftsdrittel (ca. 27. SSW bis 28. SSW) mehr als 500 Gramm pro Woche zu. Diese Gründe können die Ursachen lebensbedrohlicher Folgen für die Mutter und ihr Baby sein.  Eine EPH-Gestose stellt daher ein Kriterium für eine Einstufung dar und sollte rechtzeitig erkannt werden, um entsprechende Gegenmaßnahmen treffen zu können.

Die Ursachen, die eine komplizierte Schwangerschaft begünstigen, können sich individuell unterscheiden und reichen von mütterlichen Vorerkrankungen bis hin zu Problemen, die bei vorherigen  Schwangerschaften aufgetreten sind. Dazu zählen etwa eine bereits erlittene Frühgeburt oder Fehlgeburt. Weitere Kriterien sind Komplikationen, die durch den Schwangerschaftsablauf bedingt sind, wie z.B. eine Zwillingsschwangerschaft oder Mehrlingsschwangerschaft.

Bei den Untersuchungen sind die häufigsten chronischen Krankheiten, die zu einer riskanten Schwangerschaft führen können

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z.B. Herzfehler oder Bluthochdruck)
  • Nierenerkrankungen
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Zuckerkrankheit / Diabetes

Drogenabhängigkeit und chronische Infektionen wie HIV oder Hepatitis stellen ebenfalls Kriterien für ein erhöhtes Risiko dar. Betroffene Frauen mit Kinderwunsch müssen daher vor einer geplanten Schwangerschaft ausführlich mit ihrem Frauenarzt darüber sprechen, um Risiken abzuwägen und gegebenenfalls ein Therapiekonzept für die Zeit um und während der Schwangerschaft zu erstellen. Auch das Alter spielt für die Risikoschwangerschaft eine entscheidende Rolle, da ab 35 Jahren das Risiko für Geburtskomplikationen steigt.

Um sich während einer als riskant eingestuften Schwangerschaft richtig zu verhalten, sollten sie sich mit dem Beschäftigungsverbot oder Arbeitsverbot in der Schwangerschaft, verbotenen Lebensmitteln in der Schwangerschaft, sowie einem Schwangerschaftsdiabetes-Ernährungsplan befassen.

Mutterpass: 9 Risiken, Gründe und Kriterien einer Risikoschwangerschaft

Um eine Risikoschwangerschaft bei den Untersuchungen zu erkennen, werden im Mutterpass wichtige Kriterien für die Diagnose abgefragt. Der Fragenkatalog im Mutterpass analysiert beispielsweise folgende 9 Ursachen und Gründe:

  1. Hatte die Schwangere bereits eine Fehlgeburt, Frühgeburt oder Totgeburt?
  2. Leidet die Schwangere unter der Zuckerkrankheit / Diabetes?
  3. Liegen Krankheiten des Herzens, Kreislaufs oder der Nieren vor?
  4. Ist die Schwangere an einer Schwangerschaftsvergiftung erkrankt?
  5. Besteht eine Mehrlingsschwangerschaft?
  6. Liegt eine Rhesus-Unverträglichkeit vor?
  7. Liegt das Kind in Quer- oder Steißlage?
  8. Hatte die Schwangere bereits einen geplanten Kaiserschnitt?
  9. Liegt das Alter von Mann oder Mutter unter 18 oder über 35 Jahre?

Beschäftigungsverbot bei Risikoschwangerschaft

In der Schwangerschaft gibt es drei Beschäftigungsverbote:

  1. Allgemeines Beschäftigungsverbot
  2. Generelles Beschäftigungsverbot
  3. Individuelles Beschäftigungsverbot

Allgemein gilt das Beschäftigungsverbot sechs Wochen vor dem errechneten Stichtag bis acht Wochen nach der Geburt. Risikoreiche Arbeiten am Fließband, sonntags und in der Nacht sind für Schwangere im generellen Beschäftigungsverbot untersagt. Der dritte Punkt regelt individuell die Gefahren einer Risikoschwangerschaft. Je nach dem, welche Ursachen und Gründe bei den Untersuchungen ermittelt wurden, kann der Arzt ein Attest zum Arbeitsverbot ausstellen. Besprechen Sie die Kriterien für das Beschäftigungsverbot immer individuell mit dem behandelnden Arzt.

Dieser Beitrag ist Teil unserer Serie über Schwangerschaftskomplikationen. Überblick aller Ratgeber:

  1. Blasenmole
  2. Eileiterschwangerschaft
  3. KiSS-Syndrom
  4. Muttermundschwäche
  5. Neuralrohrdefekt
  6. Nierenbeckenentzündung
  7. Plazentainsuffizienz
  8. Präeklampsie
  9. Ringelröteln
  10. Risikoschwangerschaft
  11. Singuläre Nabelschnurarterie
  12. Schwangerschaftsprobleme
  13. Streptokokken
  14. Verhaltene Fehlgeburt
  15. Vorzeitiger Blasensprung
  16. Zwillingstransfusionssyndrom

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Letzte Aktualisierung am 22.04.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API