Zwiemilch-Ernährung – Fütterung mit Muttermilch & Zwiemilch

Die kombinierte Fütterung des Babys mit Muttermilch (gut fürs Immunsystem) und Zwiemilch (praktisch) bietet viele Vorteile. Denn sie versorgt das Baby mit wichtigen Nährstoffen und bietet sich als Alternative zum Stillen an, wenn die Mutter zu wenig Muttermilch produziert. Außerdem kann der Vater auf diese Weise auch einmal die Fütterung des Babys übernehmen. Allerdings müssen einige Punkte bei der Ernährung mit Zwiemilch beachtet werden, um eine Saugverwirrung, Verstopfung oder Verdauungsstörung zu vermeiden oder damit die Mutter nicht aus Versehen abstillt.

In diesem Ratgeber zur Zwiemilch-Ernährung erfahren Sie

  • welche Gründe und Vorteile für die Zufütterung mit industriell hergestellter Babynahrung sprechen
  • wie die Umstellung auf Zwiemilch-Ernährung funktioniert und wie viel zufüttern erlaubt ist
  • wie Sie eine Saugverwirrung vermeiden

Zwiemilch – Gründe für die zusätzliche  Ernährung mit industriell hergestellter Babynahrung

Entgegen vieler Gerüchte, ist Zwiemilch (die gleichzeitige Ernährung mit Muttermilch und industriell hergestellter Babynahrung) nicht schädlich für das Baby. Sie bietet sich insbesondere dann an, wenn die Produktion von Muttermilch zur Fütterung nicht ausreicht oder wenn jemand anderes das Baby zufüttern soll (z.B. Vater, Oma, Babysitter). Die Kombination der Ernährung mit Zwiemilch und Muttermilch hat also verschiedene Vorteile.

Vorteile der Zwiemilch – Zeit & Unabhängigkeit, Engpässe füllen

Wenn Sie Ihr Baby ausschließlich mit der Brust stillen, sind Sie dauerhaft an ihr Baby gebunden. Das heißt, dass Sie Ihr Baby nur wenige Stunden alleine lassen können. Andernfalls müssen Sie immer genügend Muttermilch abpumpen und diese im Kühlschrank aufbewahren oder einfrieren, damit andere Personen das Baby füttern können, wenn Sie einmal nicht da sind oder nicht können.

Die Zufütterung mit Zwiemilch bietet Ihnen deshalb eine zeitsparende und unabhängige Alternative zur Muttermilch.

Sie können Ihr Baby flexibel zu jeder Zeit mit Milchnahrung zufüttern und müssen nicht ständig abends vor dem Schlafengehen Muttermilch abpumpen. Außerdem hilft die Fläschchen-Nahrung eine angespannte Stillbeziehung zwischen Ihnen und Ihrem Kind aufzulockern.

Zudem hilft die Zufütterung mit Zwiemilch bei verschiedenen Gründen, wenn die Muttermilch einmal nicht oder nur unzureichend fließt. Diese Engpässe entstehen beispielsweise durch:

Vorteile der Muttermilch – Hochwertige Nährstoffe für das Immunsystem

In jedem Fall ist Muttermilch der wichtigste und qualitativ beste Nährstofflieferant für das Baby. Denn diese ist von Natur aus optimal auf die Bedürfnisse des Babys abgestimmt und liefert wichtige Nährstoffe, die das Immunsystem und die Abwehrkräfte des Babys stärken. Insbesondere der Kolostrum (die erste Milch, die sich in den ersten Tagen nach der Geburt vor dem ersten Milcheinschuss bildet) enthält Nährstoffe in konzentrierter Form.

Aus diesem Grund, sollten Mütter ihren Babys niemals absichtlich das Stillen mit Muttermilch vorenthalten! Für das Immunsystem füttern Sie Ihr Baby deshalb am besten sowohl mit Muttermilch als auch mit Zwiemilch.

Zwiemilch

Die Fütterung von Babys mit Zwiemilch ist eine gute Alternative zum reinen Stillen und gut fürs Immunsystem. Insbesondere dann, wenn die Mutter selbst zu wenig Muttermilch produziert.

Wie die Umstellung auf Zwiemilch am besten klappt

Der ideale Zeitpunkt für die Umstellung auf Zwiemilch ist, wenn Sie noch nicht Abstillen möchten, es aber auch noch zu früh für die Beikosteinführung des Babys ist. Hebammen empfehlen die Zufütterung erst dann zu beginnen, wenn sich die Stillbeziehung stabilisiert hat (ca. 6-8 Wochen nach der Geburt). Fragen Sie ggf. bei Ihrer Beleghebamme nach.

Dazu haben Sie verschiedene Möglichkeiten, Ihr Baby auf Zwiemilchnahrung umzustellen, die nachfolgend aufgelistet sind:

  • Baby bei jeder Mahlzeit erst stillen und dann den Restbedarf mit Zwiemilch zufüttern
  • Zwiemilchnahrung nur außer Haus füttern
  • ausschließlich abendliche Stillmahlzeiten durch Zwiemilchnahrung ersetzen
  • Zwiemilchnahrung nur nachts füttern (z.B. durch Vater)

Für die Zwiemilch-Ernährung eignet sich eine Pre-Nahrung. Zwar macht Nahrung der Stufe 1 aufgrund des erhöhten Stärke-Anteils besser satt, jedoch kann sie auch Probleme bei der Verdauung des Babys verursachen (z.B. Verstopfung, Blähungen, Bauchschmerzen (vgl. Dreimonatskoliken), veränderter Stuhlgang). Außerdem sollten Sie bei Kindern mit erhöhtem Risiko für Allergien eine „HA-Nahrung“ füttern.

Verdauungsprobleme, Verstopfung und Saugverwirrung vermeiden

Viele Mütter machen sich Sorgen, dass zunehmende Probleme bei der Verdauung (z.B. Bauchschmerzen, Verstopfung, Blähungen) dem Baby zu schaffen machen.

Bei der Zufütterung mit Pre-Nahrung sind diese Verdauungsprobleme jedoch auszuschließen. Allerdings kann sich die Konsistenz und Menge des Stuhls beim Stuhlgang verändern und zu Verstopfung führen. Denn durch die Zwiemilchnahrung wird das Kind im Gegensatz zu Stillkindern, die die Muttermilch fast komplett verwerten, häufiger Stuhlgang haben.

Sollten Verdauungsprobleme wie Bauchschmerzen oder Verstopfung nach der Fütterung mit industriell hergestellter Babynahrung auftreten, kann eine Kuhmilch-Unverträglichkeit die Ursache sein.

Wenn das Baby nach der Flasche nicht mehr an die Brust möchte, bezeichnet man das als „Saugverwirrung„. Die Gefahr einer Saugverwirrung besteht auch bei der Fütterung mit abgepumpter Milch und hat unterschiedliche Saugtechniken als Ursache. Denn das Saugen an der Flasche ist einfacher als das Saugen an der Brust, weshalb Flaschen-Kinder das verlernen können.

Dieser Beitrag ist Teil unserer Serie zum Thema Muttermilch. Überblick aller Themen:

  1. Abpumpen
  2. Aufbewahren
  3. Auftauen
  4. Einfrieren
  5. Erwärmen
  6. Muttermilchbeutel Bestseller
  7. Gefrierbeutel Bestseller
  8. Milchauffangschalen Bestseller
  9. Zwiemilch




Letzte Aktualisierung am 18.12.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API