Eizellen einfrieren

Eizellen einfrieren hilft dabei die biologische Uhr anzuhalten und zu einem späteren Zeitpunkt im Leben seinen Kinderwunsch zu verwirklichen. Insbesondere für Frauen, denen Karriere oder ein fehlender Partner im Wege stehen, eröffnet dieses Verfahren neue Freiheiten. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie und warum man Eizellen einfrieren kann und welche Kosten und Risiken dabei auftreten können.

Dieser Artikel gehört zur Serie zum Thema StammzellenAlle Themen in der Übersicht:

  1. Eizellen einfrieren
  2. Nabelschnurblut
  3. Blut der Nabelschnur einlagern
  4. Nabelschnurblutspende
  5. Wissenswertes zur Stammzelle

Social Freezing – Eizellen einfrieren aus sozialen Gründen

Eizellen einfrieren ist eine effektive Methode, der biologischen Uhr ein Schnippchen zu schlagen. Zunächst mal ein kleiner Exkurs zur Biologie der Frau im Schnelldurchlauf: Frauen haben von Geburt an nur eine begrenzte Menge an Eizellen (sogenannte ovale Reserve) zur Verfügung, deren Anzahl sich im Laufe des Lebens, bis zum völligen Verbrauch verringert. Ab dem 30. bis 35 Lebensjahr nimmt die Qualität der Eizelle immer weiter ab und es kann vermehrt zu sogenannten „blinden Zyklen“ kommen, in denen beim Eisprung keine Befruchtung statt finden kann. Hinzu kommt, dass sich mit fortschreitendem Alter der Mutter das Risiko erhöht, dass es zu Komplikationen, Krankheiten oder genetischen Defekten kommt. Um dieser Situation zu entgehen, kann man bei Kinderwunsch heutzutage Eizellen einfrieren („social freezing„). Ziel ist es, Frauen dabei zu helfen, gesunde Zellen in frühen Jahren einzufrieren und später im Leben zur Verfügung zu haben, wenn die Lebensumstände eine Familienplanung begünstigen. Soziale Gründe, die dafür sprechen Eizellen einfrieren zu lassen sind beispielsweise, dass kein fester Partner zum richtigen Zeitpunkt verfügbar ist oder aus beruflichen Gründen die Familienplanung in die Zukunft verschoben werden soll. Wie sinnvoll und ethisch vertretbar dieses Vorgehen ist, muss jede Frau für sich selbst entscheiden.

Eizellen einfrieren

Eizellen einfrieren: Social Freezing hilft dabei der biologischen Uhr ein Schnippchen zu schlagen.

Eizellen einfrieren: Ablauf bis zur Befruchtung

Um genug Eizellen einfrieren zu können werden die Frauen vorab mit Hormonen stimuliert. Unter Narkose werden diese dann entnommen und im Rahmen der Vitrifikation bei ca. -200°C in flüssigem Stickstoff eingefroren. Dieses Verfahren zeichnet sich dadurch aus, das man durch das Schockfrosten mit Stickstoff, Eizellen einfrieren kann, ohne dass das enthaltene Wasser Eiskristalle ausbildet und es zu Gewebeschäden kommt. Die Lagerung erfolgt in speziellen Cryo-Behältern und wird bei Bedarf wieder aufgetaut. Danach erfolgt im Labor die Befruchtung mit den Spermien des Partners und die befruchtete Eizelle wird anschließend in die Gebärmutter eingesetzt.

Lesetipp: Ähnliche Themen zum Kinderwunsch finden Sie hier:

Kosten und Risiken der Hormonbehandlung

Die Eierstöcke der Frau produzieren pro Zyklus normalerweise nur eine Eizelle. Wenn Sie Eizellen einfrieren wollen, dann ist diese Menge zu gering. Zum einen liegt dies daran, dass nur ca. 80% der Zellen den Auftauprozess überstehen und zum anderen klappt auch nicht jede In-Vitro-Befruchtung. Um diesen Mangel beizukommen, wir der Körper der Frau mit Hormonen stimuliert, sodass mehr Eizellen zur Entnahme produziert werden. Als Risiken gelten bei dieser Art der Behandlung, Gewichtszunahme, Stimmungsschwankungen und in Extremfällen auch Zysten und Durchblutungsstörungen.

Letzte Aktualisierung am 20.11.2017 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Weiterhin fallen durch die Vollnarkose bei der Entnahme die regulieren Risiken einer Sedierung an. Wenn Frauen sich dazu entscheiden Eizellen einfrieren zu lassen, dann ist auch das Alter von entscheidender Rolle. Mit Mitte Dreißig haben die Zellen eine schlechtere Qualität, als etwa mit Mitte Zwanzig. Weiterhin ist es gesetzlich erlaubt, bis zu drei befruchtete Embryonen bei der künstlichen Befruchtung einsetzen zu lassen. Dies erhöht die Erfolgschancen beim Eizellen einfrieren mit anschließender In-Vitro-Befruchtung erheblich, steigert aber auch das Risiko einer Zwillingsschwangerschaft. Letzteres ist natürlich wieder mit finanziellen Kosten verbunden, da ein Kind in der Erziehung bis zu seinem 18. Lebensjahr Ausgaben von ca. 130.000€ verursacht. Hinzu kommen die Kosten, die für den gesamten Prozess anfallen, um die Eizellen einfrieren und anschließend befruchten zu können:

  • Kosten Hormonbehandlung und Eizellenentnahme: ca. 2000€
  • Lagerungskosten im Cryobehälter: ca. 300€ pro Jahr
  • Befruchtung: Eigenanteil bei ca. 1000€-1500€ pro Versuch