Vorzeitiger Blasensprung – Ursachen, Anzeichen & Behandlung

Ein vorzeitiger Blasensprung, bei dem die Fruchtblase bereits einige Zeit vor dem errechneten Geburtstermin reißt, tritt in etwa 20 Prozent aller Schwangerschaften auf. Der Zeitpunkt in dem die Fruchtblase reißt, ist ausschlaggebend dafür, wie risikoreich die restliche Zeit der Schwangerschaft wird. Ein vorzeitiger Blasensprung in der Frühschwangerschaft ist eine Schwangerschaftskomplikation, die dringend einen Arztbesuch erfordert, da sie die Gesundheit des Babys erheblich gefährden kann.


Dieser Beitrag ist Teil unserer Serie über Schwangerschaftskomplikationen. Überblick aller Ratgeber:

  1. Blasenmole
  2. Eileiterschwangerschaft
  3. KiSS-Syndrom
  4. Neuralrohrdefekt
  5. Nierenbeckenentzündung
  6. Präeklampsie
  7. Ringelröteln
  8. Risikoschwangerschaft
  9. Schwangerschaftsprobleme
  10. Streptokokken
  11. Vorzeitiger Blasensprung

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Vorzeitiger Blasensprung – Ursachen und Symptome

Ein vorzeitiger Blasensprung bezeichnet das Ereignis, wenn die Fruchtblase reißt, bevor der errechnete Geburtstermin erreicht wird. In der Regel findet dieser Vorgang erst kurz vor, beziehungsweise während der Geburt auf natürlichem Wege statt. Als Ursache wird meist eine Infektion im Genitalbereich diagnostiziert, die sich bis zur Eihülle der Fruchtblase ausbreiten kann. Durch die Infektion werden Stoffe (Prostaglandinen) freigesetzt, die die Eihülle aufweichen und eine Ablösung verursachen. Weitere Ursachen können auch eine Erhöhung des Drucks innerhalb der Fruchtblase, vorzeitige Wehen oder eine Schwächung des Gebärmutterhalses sein. Mehrlingsschwangerschaften (z.B. Zwillingsschwangerschaften) erhöhen die Spannung auf die Fruchtblase besonders. Ein vorzeitiger Blasensprung macht sich dadurch bemerkbar, dass die Schwangere plötzlich Fruchtwasser verliert, das entweder schwallartig oder nur tröpfchenweise abgeht. Bei Beobachtung dieses Symptoms muss die Schwangere unbedingt in liegender Position zu einem Arzt oder in ein Krankenhaus transportiert werden, um das Risiko für einen Nabelschnurvorfall zu reduzieren. Je früher in der Schwangerschaft ein vorzeitiger Blasensprung auftritt, desto risikoreicher wird der weitere Schwangerschaftsverlauf.

Vorzeitiger Blasensprung

Ein vorzeitiger Blasensprung liegt dann vor, wenn die Fruchtblase vor dem errechneten Geburtstermin reißt.

Vorzeitiger Blasensprung – Risiken und Folgen

Ein vorzeitiger Blasensprung kann mit verschiedenen Risiken und Folgen einhergehen, die sich negativ auf die Gesundheit des Kindes auswirken. Zu diesen gehören beispielsweise Infektionen im Genitalbereich, Nabelschnurkomplikationen oder Fehlentwicklungen der Gliedmaßen. Infektionen im Genitalbereich stellen die Hauptursache für ein vorzeitiges Öffnen der Fruchtblase dar. Zum einen können Sie, wenn sie sich bis zur Gebärmutter ausbreiten, eine Entzündung der Eihülle auslösen. Diese kann die Stabilität der Fruchtblase gefährden und das Risiko eines vorzeitigen Reißens erhöhen. Des Weiteren kann ein vorzeitiger Blasensprung zu einer Infektion des Kindes führen, da Keime einfacher in die Gebärmutter gelangen können. In den meisten Fällen wird zu einem sofortigen Kaiserschnitt geraten, sobald eine Infektion vorliegt. Wenn die Nabelschnur bei einem Blasensprung vor dem Muttermund liegt, kann diese eingeklemmt werden (Nabelschnurvorfall). Dadurch sinkt die Fruchtwassermenge und der Druck auf die Nabelschnur steigt, sodass diese nicht mehr richtig durchblutet wird und das Kind ausreichend versorgen kann. Fehlt das Fruchtwasser über einen längeren Zeitraum, können sich Fehlstellungen des Kopfes, der Hände und der Füße entwickeln. Durch sorgfältige Schwangerschaftsuntersuchungen kann das Risiko kontrolliert werden.

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Behandlungsmöglichkeiten sind abhängig vom Schwangerschaftsfortschritt

Ein vorzeitiger Blasensprung erfordertverschiedene Varianten zur Behandlung, die abhängig vom Zeitpunkt des Auftretens sind. Reißt die Fruchtblase beispielsweise erst im späteren Schwangerschaftsverlauf auf, gibt es die Möglichkeit abzuwarten, um dem Kind zu ermöglichen, sich so weit wie möglich weiterzuentwickeln. In einem früheren Schwangerschaftsstadium muss die Geburt eingeleitet oder das Kind per Kaiserschnitt entbunden werden. Die nächste Vorgehensweise hängt letztendlich vom Schwangerschaftsfortschritt und der kindlichen Reifung ab. Tritt ein vorzeitiger Blasensprung bis zur 24. Schwangerschaftswoche auf, stehen die Überlebenschancen für das Kind sehr schlecht, sodass es meist zu einer Fehlgeburt kommt. Ist die Lungenreifung des Babys vor einem Blasensprung zwischen der 32. SSW und 37. Schwangerschaftswoche noch nicht beendet, wird versucht so lange wie möglich zu warten, während das Kind intensiv mit dem Ultraschall und CTG überwacht wird. Bei Anzeichen einer Infektion wird das Kind per Kaiserschnitt entbunden. Nach der 38. Schwangerschaftswoche entstehen meist keine Komplikationen, da die Wehen innerhalb kürzester Zeit einsetzen und das Baby auf natürliche Weise zur Welt kommt.