Medikamentöser Schwangerschaftsabbruch

Ein medikamentöser Schwangerschaftsabbruch ist in Deutschland bis zum 63. Tag nach dem ersten Tag der letzten Zyklusblutung erlaubt und gehört innerhalb dieser Zeitspanne zu den legalen Abtreibungsmethoden in Deutschland. Das Verfahren findet unter strenger, ärztlicher Aufsicht statt und gilt gegenüber operativen Abtreibungen als weniger riskant. Ein medikamentöser Schwangerschaftsabbruch wird ausschließlich in autorisierten Einrichtungen durchgeführt. Das Präparat Mifegyne (früher Abtreibungspille RU 486) ist daher auch nicht in der Apotheke erhältlich.

Medikamentöser Schwangerschaftsabbruch mit Tabletten

Ein medikamentöser Schwangerschaftsabbruch mit Tabletten geschieht durch Mifegyne, welches auf Mifepriston basiert. Dabei handelt es sich um einen Wirkstoff, der das Schwangerschaftshormon Progesteron hemmt und somit verhindert, dass die Schwangerschaft erhalten werden kann und zusätzlich den Gebärmutterhals weitet. Nach der ersten Einnahme erfordert ein medikamentöser Schwangerschaftsabbruch mit Tabletten eine Wartezeit von 3-4 Tagen bis im zweiten Schritt Prostaglandine verabreicht wird. Dieses Mittel dient eigentlich der Wehenauslösung und soll eine Fehlgeburt verursachen, bei der der leblose Embryo aus dem Körper abgestoßen wird. Ein medikamentöser Schwangerschaftsabbruch mit Tabletten darf nicht mit der „Pille danach“ verwechselt werden, die nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr angewendet wird und eine Schwangerschaft verhindern soll.

Schwangerschaftsabbruch ambulant durchführen

Die Schwangere kann den medikamentösen Schwangerschaftsabbruch ambulant durchführen, vorausgesetzt die Abtreibung verläuft ohne Komplikationen. Im ersten Schritt erfolgt ein Beratungsgespräch beim Frauenarzt, in dem die Risiken und Folgen einer Abtreibung erläutert werden. Anschließend hat die werdende Mutter einige Tage Bedenkzeit. Soll dann immer noch ein medikamentöser Schwangerschaftsabbruch ambulant erfolgen, sucht diese eine Praxis oder Klinik auf und lässt sich die Tabletten verabreichen. Nach der erneuten Wirk- und Wartezeit von drei bis vier Tagen kann ebenfalls ambulant und unter ärztlicher Aufsicht Prostaglandine verabreicht werden. Ungefähr drei Stunden später sollte die Ausstoßung des Embryos erfolgt sein. Ist dies nicht der Fall wird erneut Prostaglandine verabreicht. Bei einem letzten Arztbesuch wird im Rahmen der Abschlussuntersuchung ambulant geprüft, ob der medikamentöse Schwangerschaftsabbruch rückstandsfrei vollzogen wurde.

Letzte Aktualisierung am 20.10.2017 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Medikamentöser Schwangerschaftsabbruch: Kosten und Erfahrungen

Die Kosten für einen medikamentösen Schwangerschaftsabbruch werden von der Krankenversicherung nur bei einer medizinischen Notwendigkeit übernommen. Hierunter fallen Krankheiten oder Behinderungen des Babys, die im Rahmen der Schwangerschaftsuntersuchungen festgestellt werden und Anlass zu der Sorge geben, dass ein baldiger Tod nach der Geburt oder Entwicklungsstörungen eintreten. Auch bei einer kriminologischen Ursache wie bei einer Vergewaltigung übernimmt die Krankenkasse die Kosten der Abtreibungspille. Insgesamt belaufen sich die Kosten einer Abtreibung mit Tabletten auf ca. 300-450€. Frauen mit einem sehr geringen Einkommen können hierfür ebenfalls eine Kostenübernahme bei der Krankenkasse beantragen.

Medikamentöser Schwangerschaftsabbruch

Medikamentöser Schwangerschaftsabbruch mit Tabletten: Bei einem medizinischen Grund übernimmt die Krankenkasse die Kosten.

Wir haben für Sie im Internet, Foren und Blogs durchsucht und die Erfahrungen zur Abtreibung mittels Tabletten zusammen getragen. Am häufigsten wurde dabei der psychische Faktor genannt. Egal wie sachlich die Beratung im Vorfeld war oder wie vehement die Gründe gegen eine Schwangerschaft sprachen: Kaum eine Mutter konnte es psychisch verarbeiten, dass Sie während dem Ausstoßungsprozess jeden einzelnen Schritt quasi am eigenen Leib gespürt hat. Besonders die Erfahrungen, wenn der tote Embryo am Schluss in einer Blutlache sichtbar wurde, sind schwer zu verdauen. Selbstvorwürfe, lang anhaltende Depressionen und quälende Fragen was passiert wäre, wenn es nicht zu einer Abtreibung gekommen wäre sind in vielen Fällen die Konsequenzen. Die körperlichen Beschwerden, wie beispielsweise Bauchschmerzen, Übelkeit und Blutungen sind in den meisten Erfahrungsberichten hingegen erträglich und werden als vergleichbar mit starken Menstruationsbeschwerden dargestellt.