Baby pucken

Baby pucken ist eine Wickeltechnik für Kinder bis maximal 3-5 Monate, um diese beim Schlafen zu beruhigen. Auf neugeborene Kinder wirken eine Vielzahl von Reizen ein, die ein nächtliches Durchschlafen erschweren und häufig zu Schreien und ruckartigen Reflexen (Moro-Reflex) führen. Mit unserer Anleitung zum Baby pucken erfahren Sie, wie man richtig wickelt und welche Vorteile und Nachteile die Wickeltechnik mit sich bringt.

Wie kann Baby pucken das Kind beruhigen?

Baby pucken ist eine alte Wickeltechnik, die dazu dient, den Säugling eng in ein Tuch einzuwickeln, um ihn zu beruhigen. Eines der Ziele ist das Durchschlafen des Kindes, indem man den sogenannten Moro-Reflex unterdrückt, der dafür sorgt, dass Kinder im Schlaf unkontrolliert zucken und davon erwachen. Da dieser Reflex nur in den ersten drei bis fünf Monaten auftritt, macht es wenig Sinn, über diesen Zeitraum hinaus sein Baby pucken zu wollen. Weiterhin soll die Enge des Einwickelns beruhigen und für das Neugeborene den Schutz im Mutterleib simulieren, sodass es sich wohler und geborgen fühlt. Insbesondere die Vielzahl an Reizen, welche auf den Nachwuchs einströmen, führen zur Unruhe und Überforderung des unentwickelten Nervensystems. Wie schwer es da für den Nachwuchs sein muss, beruhigt durchschlafen zu können, können sich wohl alle Eltern vorstellen.

Vorteile: Baby pucken hilft das Kind zu beruhigen und beim Durchschlafen

Das Baby pucken sollte nur in der Nacht zum Beruhigen und Durchschlafen eingesetzt werden. Es hilft dabei, dass unruhige Kinder leichter zur Ruhe kommen, insbesondere Schreibabys lassen sich durch diese Wickeltechnik nachweislich leichter beruhigen. Eine ordentlich gewickeltes Tuch hilft dem Kind sich sicher und geborgen zu fühlen. Durch den unterdrückten Moro-Reflex kann es besser durchschlafen und erschreckt sich nicht so häufig, bzw. wacht nicht von den eigenen Zuckungen auf.

Nachteile beim Baby pucken

Die folgenden Punkte werden gerne von Ärzten, Psychologen und Neurologen hervor gebracht, wenn es darum geht, das Baby pucken zu wollen und die Sicherheit und Gesundheitsrisiken der Wickeltechnik abzuwägen.

  1. Beim Baby pucken  hat das Kind weniger Platz und wird in ungewollter Weise eingeengt. Es auf diese Art zu beruhigen widerspricht seinem natürlichen Bewegungsdrang.
  2. Falsches Einwickeln kann zu Hitzestau und Dehydrierung führen, insbesondere im Sommer. Diese Gefahr besteht allerdings auch bei allen anderen Schlafaccessoires, wie etwa Schlafsäcke, Bettdecken, etc.
  3. Zu festes Wickeln kann zu Hüftdysplasie (Fehlstellung der Hüfte) führen.
  4. Zu enges Pucken des Baby trägt dazu bei, dass Brust und Atmung eingeschnürt oder Nerven abgeklemmt werden.
  5. Das Beruhigen des Kindes kommt nicht von der Assoziation mit dem schützenden Mutterleib, sondern daher, dass sich Kinder häufig dagegen wehren und irgendwann frustriert aufgeben, was wiederum die seelische Entwicklung hemmt.
  6. Zu langes Liegen in der eigentlich gesünderen Rückenposition kann zu einer Abplattung des Hinterkopfes führen.
  7. Die Lage im Mutterleib entspricht der Embryonalstellung mit leichter Bewegungsfreiheit. Die ist gänzlich anders, als das ausgestreckte Liegen beim Baby pucken, welches die Bewegung massiv hemmt.
Baby pucken

Baby pucken: Diese Wickeltechnik hilft das Kind zu beruhigen, sodass es besser durchschlafen kann.

Fazit: Vorteile und Nachteile abwägen

Zunächst einmal gilt: Falsches Pucken des Babys hilft nicht beim Durchschlafen und Beruhigen, sondern schadet dem Kind, insbesondere wenn es zu fest eingewickelt ist. Viele negative Argumente beziehen sich insbesondere auf den Fall dieser falschen Anwendung, andere wiederum sind allgemeine Risiken, wie etwa das Überhitzen im Sommer, die auch bei allen anderen Techniken und Hilfsmitteln auftreten können. Wie bei vielem gilt auch hier, dass die Dosis das Gift macht und Sorgfalt oberstes Gebot sein sollte. Letztlich müssen Eltern selbst entscheiden, ob durch Pucken beruhigt und durchgeschlafen werden soll oder nicht. Wenn Sie liebevoll und aufmerksam das Baby pucken und es sich in seiner Umhüllung geborgen fühlt, dann spricht nichts gegen die Vorteile dieser Wickeltechnik. Wenn Sie allerdings den Eindruck haben, dass sich das Kind eingeengt fühlt und frustriert nach gibt, dann ist das Baby pucken ungeeignet und kann mehr Schaden und Nachteile zufügen als helfen. In dem Fall sind Schlafsäcke und Babydecken die geeigneteren Alternativen zum Beruhigen und Durchschlafen. Nachfolgend finden Sie für beide Fälle empfehlenswerte Kuschelmöglichkeiten, mit denen Sie Ihrem kleinen Liebling etwas Gutes tun.

Letzte Aktualisierung am 19.10.2017 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Anleitung zum richtigen Baby Pucken

Oberstes Gebot beim Baby pucken ist, dass das Kind nicht zu stark fixiert werden darf. Sie wollen Ihr Kind schließlich beruhigen und es soll besser durchschlafen können und nicht stranguliert werden. Lassen Sie sich bei der Technik von einer Hebamme unterstützen oder eine Anleitung von einer anderen Fachperson geben. Nachfolgend finden Sie eine Schritt-für Schritt-Anleitung für Pucktücher und kleine Pucksäcke als Videotutorial. Sollte ihnen diese Anleitung nicht zusagen, dann können Sie im Internet oder bei Youtube noch viele weitere Hilfestellungen finden.

Damit Ihr Kind sich leichter beruhigen und besser durchschlafen kann, haben wir nachfolgend die Anleitung aus dem obigen Video für Sie zum Nachlesen zusammen gefasst:

  1. Quadratisches Tuch an der oberen Ecke umschlagen
  2. Baby so platzieren, dass Schultern mit oberer Ecke bündig abschließen
  3. Untere Ecke umschlagen, gegebenenfalls Ecke zurück klappen, falls Tuch zu lang
  4. Arme anlegen und eine Ecke über den Körper schlagen (auf Bewegungsfreiheit achten!)
  5. Arm aus der offenen Ecke heraus nehmen und bereits eingeschlagene Ecke faltenfrei unter dem Körper/Rücken fixieren (auf Bewegungsfreiheit achten!)
  6. Letzte Ecke wie in Punkt 5 über den Körper schlagen, vorher aber Arm anlegen und unten Beine mit einwickeln.