Nabelschnurblut spenden – Voraussetzungen & Ablauf

Schwangere Frauen, die ihr Nabelschnurblut spenden, leisten einen großen Beitrag zum Kampf gegen den Blutkrebs. Die Nabelschnur hat in der Schwangerschaft die Funktion, das Baby mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen. Da sie nach der Geburt nicht mehr benötigt wird, wird sie in der Regel entsorgt. Wenn Frauen im Anschluss an die Geburt das Nabelschnurblut spenden, können daraus wertvolle Stammzellen gewonnen werden, die Patienten gegen Blutkrebs helfen können.

Nabelschnurblut spenden – Voraussetzungen & Formalitäten

Nabelschnurblut spenden ist für die Mutter und ihr Kind ungefährlich und für die Eltern des Kindes kostenlos. Erst nach der Entbindung und Abnabelung wird das Nabelschnurblut aus der Nabelschnurblutspende gewonnen, das wertvolle Stammzellen enthält. Das bedeutet, dass die Mutter ihr gesundes Baby vor der Nabelschnurblutspende bereits in ihren Armen hält. Frauen, die ihr Nabelschnurblut spenden möchten, müssen sich zunächst darüber informieren, ob ihre Entbindungsklinik mit einer Nabelschnurblutbank kooperiert. Sollte dies nicht der Fall sein, muss entweder eine andere Klinik aufgesucht oder von einer Nabelschnurblutspende abgesehen werden. Weiterhin muss die Frau eine Einverständniserklärung unterschreiben und einen Fragebogen zu ihrer medizinischen Vorgeschichte ausfüllen, die sie beide am Tag der Geburt im Kreißsaal ihrer Entbindungsklinik abgibt. Die Angaben auf dem Anamnesebogen dürfen nicht älter als 48 Stunden sein. Entnahme-Sets und Materialien für die Nabelschnurblutspenden werden nicht an Privatpersonen rausgegeben, sondern vor Ort von der Entbindungsklinik zur Verfügung gestellt.

Nabelschnurblut spenden

Frauen, die nach der Geburt ihr Nabelschnurblut spenden, leisten einen großen Beitrag zum Kampf gegen Blutkrebs.

Nabelschnurblut spenden – Ablauf

Frauen, die Nabelschnurblut spenden möchten, müssen alle unterschriebenen Formulare am Tag der Entbindung vorlegen. Nach der Geburt und Abnabelung des Kindes wird die Nabelschnur abgeklemmt und die Nabelschnurvene punktiert. Das entnommene Blut wird in einem Beutel gesammelt und direkt an die kooperierende Nabelschnurbank geschickt. Auch von der Mutter wird Blut entnommen, um eine Infektionsmarker-Kontrolle durchführen zu können. Im Labor werden die Stammzellen aus dem Nabelschnurblut gewonnen und bei weniger als minus 200 Grad Celsius eingefroren. Die Daten der Stammzellen wie z.B. Gewebemerkmale oder die Anzahl Zellen werden nach der Durchführung von Qualitätskontrollen anonymisiert an das Zentrale Knochenmarkspender-Register Deutschland (ZKRD) gemeldet. Nach Abschluss aller Qualitätskontrollen werden die Eltern innerhalb der nächsten 3 Monate darüber informiert, ob die Stammzellen aus der Nabelschnurblutspende verwendet werden konnten. Nachfolgend finden Sie eine kurze Zusammenfassung über den Ablauf einer Nabelschnurblutspende, wenn Sie selbst Nabelschnurblut spenden möchten:

Nabelschnurblutspende:

  1. Auswahl der Entbindungsklinik, die mit einer Nabelschnurblutbank kooperiert
  2. Ausfüllen und Unterschreiben von Einverständniserklärung und Anamnesebogen
  3. Geburt des Kindes
  4. Entnahme des Nabelschnurblutes nach der Abnabelung
  5. Blutentnahme bei der Mutter

Laboruntersuchung:

  1. Blutbeutel, Röhrchen und Dokumente werden unter ständiger Temperaturüberwachung und in speziellen Behältern für den Transport zu einem Labor der kooperierenden Nabelschnurblutbank gesendet
  2. Durchführung und Aufbereitung der Laborkontrollen
  3. Lagerung der Stammzellen aus dem gespendeten Nabelschnurblut
  4. Meldung der Stammzellen an das ZKRD
  5. Informationen an die Eltern, ob die Spende verwendet werden konnte

Letzte Aktualisierung am 20.10.2017 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Nabelschnurblut einlagern

Eine Alternative zum Nabelschnurblut spenden, von denen das eigene Kind später profitieren kann, ist das Einlagern von Nabelschnurblut. Dadurch können in fortgeschrittenem Alter auftretende Krankheiten durch Zugriff auf die eigenen Stammzellen geheilt werden. Zwar ist die Anzahl der behandelbaren Krankheiten bisher noch recht überschaubar, allerdings bietet der schnelle Fortschritt in der Stammzellenforschung Hoffnung, in der Zukunft weitere Krankheiten heilen zu können und sozusagen eine Art „Lebensversicherung“ für die eigenen Kinder abgeschlossen zu haben. Im Gegensatz zum kostenlosen Nabelschnurblut spenden, muss man bei der Einlagerung allerdings mit Kosten in Höhe von bis zu 4000 Euro rechnen.