Wochenfluss nach Kaiserschnitt: Infektionen, Pflege & Hygiene

In diesem Ratgeber erfahren Sie alles über die Bedeutung und den Ablauf vom Wochenfluss nach einem Kaiserschnitt. Wir erläutern die Dauer bei verschiedenen Geburtsarten und die einzelnen Phasen beim postnatalen Ausfluss. Weiterhin wird gezeigt, wie man sich mit Hygiene und richtiger Pflege vor Komplikationen und Infektionen schützt und wann ein Arzt konsultiert werden sollte.

Wochenfluss nach Kaiserschnitt: Was ist das?

Nach der Geburt stößt der Körper nicht mehr benötigte Überbleibsel der Schwangerschaft, wie Blut, Plazenta und Schleim ab. Diesen Vorgang nennt man Wochenfluss, Lochien oder auch postnataler Ausfluss. Es ist für die nachfolgend beschriebenen Anzeichen und Symptome gleichgültig, ob eine natürliche Geburt vorliegt oder der Wochenfluss nach Kaiserschnitt erfolgt.

Der postnatale Ausfluss erfolgt in Form starker Blutungen, die mit großen und extra saugfähigen Binden aufgefangen werden können. Meistens werden diese Spezialbinden bereits im Krankenhaus verwendet und der Mutter zur weiteren Verwendung mit nach Hause gegeben. Die Art der Blutung entspricht dabei entweder der Periodenblutung oder tritt schwallartig auf. In jedem Fall ist der Wochenfluss nach dem Kaiserschnitt deutlicher intensiver und langwieriger als die Monatsblutung.

Wie lange dauert der Wochenfluss nach Kaiserschnitt?

Insgesamt dauert der Wochenfluss nach Kaiserschnitt und Geburt etwa sechs Wochen bis alle Wunden verheilt sind. In dieser Periode wechselt auch die Stärke und Farbe des postnatalen Ausflusses.

  • Hellrot (Blutung stärker als Periode, ca. eins bis vier Tage nach Geburt)
  • Rosarot (Blutungsstärke vergleichbar mit Periode, endet nach 10-14 Tagen)
  • Braun (Blutung schwächer als Periode, endet nach ca. sechs Wochen)
  • Hinweis: In der Endphase kann der Wochenfluss auch gelblich/weißlich werden.

Die Dauer der Wundheilung ist nicht nur davon abhängig, ob Komplikationen, wie beispielsweise Infektionen auftreten, sondern auch von der Geburtsart. So hört der Wochenfluss nach einer Wassergeburt am ehesten auf. Die Erholung nach einem Kaiserschnitt ist ebenfalls schneller als bei einer natürlichen Geburt. Neben der richtigen Pflege und Hygiene sorgt auch das Stillen des Babys für eine kürzere Dauer der Heilphase.

Das ausgeschüttete Oxytocin hilft bei der Rückbildung und zieht das Gewebe der Gebärmutter zusammen. Bedenken Sie bitte, dass die abgelöste Plazenta nach der Schwangerschaft zunächst eine große Wunde an der Gebärmutter hinterlässt. Sport und Belastungen, wie Bauchmuskeltraining nach der Schwangerschaft sind in den ersten sechs Wochen nach der Entbindung tabu, da sonst die Wunden aufreißen und die Rückbildung verzögern können.

Wochenfluss nach Kaiserschnitt Komplikationen

Wochenfluss nach Kaiserschnitt: Belastungen und Sport sind in den ersten sechs Wochen tabu. Andernfalls können Komplikationen im Heilungsverlauf auftreten.

Wochenfluss nach Kaiserschnitt: Hygiene und richtige Pflege schützt vor Infektionen

Die Tipps zur Pflege und Hygiene für den Wochenfluss nach einem Kaiserschnitt sind identisch mit den Ratschlägen bei der natürlichen Geburt. Vermeiden Sie in den ersten sechs Wochen unbedingt Tampons, damit keine Bakterien in die Wunde gelangen und Infektionen auslösen können. Das richtige Mittel der Wahl stellen große und saugfähige Binden dar. Waschen Sie vor und nach der Berührung Ihre Hände mit warmen Wasser gründlich ab.

Anfangs ist der Wochenfluss nach dem Kaiserschnitt noch sehr stark und Sie müssen die Binden stündlich wechseln. Später langt es die Binden alle paar Stunden zu wechseln. Falls Sie einen Dammriss oder Dammschnitt erlitten haben, sollten Sie besonders gründlich sein, da hier erhöhte Infektionsgefahr besteht. Weitere beachtenswerte Situationen und Ereignisse sind:

  • Baden: Sollte vermieden werden, damit sich die Drüsen in den Brustwarzen nicht mit Bakterien aus dem postnatalen Ausfluss infizieren.
  • Duschen: Intimbereich nur mit klarem Wasser und ohne Seife oder Shampoo waschen.
  • Geschlechtsverkehr: Diesen nur mit Kondomen ausführen.
  • Unerwartet frühes Ende der Blutung: Fragen Sie Arzt oder Hebamme um Rat.
  • Verstärkter Wochenfluss: Häufig eine Belastungserscheinung, halten Sie Ruhe ein!

Wann Komplikationen und Infektionen drohen

Beim  Wochenfluss nach einem Kaiserschnitt kommt es in seltenen Fällen zu Komplikationen oder Infektionen. Da der Körper in dieser Zeit ohnehin viel Blut verliert, sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen oder Ihrer persönlichen Beleghebamme melden, wenn Sie plötzlich starke Blutungen feststellen. Weitere Komplikationen, die Sie umgehend dem Arzt melden sollten, sind:

  • Nach einer Woche ist die Stärke der Blutung unverändert und die Farbe Hellrot
  • In der Blutung sind große Blutgerinnsel enthalten
  • Der postnatale Ausfluss riecht fischig und es kommt zu Kindbettfieber oder Schüttelfrost
  • Die Blutung erfolgt als dauerhafter Strahl

Geht der Blutverlust gar mit Schwindelgefühl einher, dann ist es höchste Zeit den Notarzt zu rufen!

Dieser Ratgeber ist Teil unserer Serie zum Thema GeburtWeitere Themen:

  1. Beleghebamme
  2. Geplanter Kaiserschnitt
  3. Kaiserschnittnarbe
  4. Wochenfluss nach Kaiserschnitt
  5. Wunschkaiserschnitt



Letzte Aktualisierung am 29.09.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API