Neurodermitis beim Baby

Neurodermitis beim Baby ist, ebenfalls wie Milchschorf oder Kopfgneis, eine typische Hautkrankheit die häufig auftritt. Charakteristisch für dieses Krankheitsbild ist der schubhafte Verlauf und der starke Juckreiz der Symptome. Typischerweise besteht die Krankheit einige Monate bis zu zwei Jahren und kann danach einfach verschwinden oder auch bestehen bleiben.


Dieser Artikel gehört zur Serie über Krankheiten bei Babys und Kinder. Überblick aller Beiträge:

  1. 3-Monats-Koliken
  2. Dreitagefieber
  3. Erkältung und Grippe
  4. Kopfgneis
  5. Läuse im Kindergarten
  6. Neugeborenenakne
  7. Neurodermitis

Symptome von Neurodermitis beim Baby

Neurodermitis beim Baby unterscheidet sich im Verlauf von der Hautkrankheit bei Erwachsenen. So beginnt die Erkrankung als Ausschlag am Kopf und geht mit der Bildung von Milchschorf einher. Typische Startpunkte sind Scheitel und Wangen, von wo aus die bewachsene Kopfhaut und das Gesicht befallen wird. Im Bereich der Kopfbehaarung entsteht Milchschorf, welcher seinen Ursprung in nässenden Ekzemen und starker Schuppenbildung hat. Wegen der gelblich verkrusteten Haut, kann der Milchschorf leicht mit Kopfgneis verwechselt werden. Kopfgneis ist allerdings eine harmlosere Hautproblematik und steht in keinem Zusammenhang mit den Symptomen der Neurodermitis beim Baby. Zu letzteren gehören gerötete und schuppige Haut, die trotz der Trockenheit auch nässen kann und bei Aufkratzen von Krusten bedeckt ist. Im weiteren Verlauf breitet sich die Krankheit auf Arme, Beine und Rumpf aus, nur selten finden sich Symptome im Bereich der Windelregion.

Neurodermitis Baby

Neurodermitis beim Baby: Diese Hautkrankheit ist mit unangenehmem Juckreiz verbunden.

Häufigkeit des Auftretens von Neurodermitis bei Babys

Hierzulande leiden etwa 8-15% der Babys an Neurodermitis. Die Hauterkrankung betrifft in etwa zu gleichen Teilen Jungen wie Mädchen. Ca. ein Drittel der Kinder kann damit rechnen, dass sich die Symptome im Laufe der Zeit verbessern und gänzlich verschwinden. Bei anderen kann es passieren, dass anstelle der Hauterkrankungen andere allergische Reaktionen wie Heuschnupfen oder Asthma treten. Die Ursachen der Erkrankung sind zwar nicht abschließend geklärt, erbliche Veranlagung kann jedoch das Risiko einer Erkrankung erhöhen. So hat ungefähr jedes vierte Baby mit einem erkrankten Elternteil Neurodermitis, während es bei zwei vorbelasteten Eltern sogar bis zu zwei Drittel aller Kinder betrifft.

Ursachen der Erkrankung

Die Ursachen von Neurodermitis beim Baby sind noch nicht eindeutig nachgewiesen. Neben der bereits erwähnten erblichen Komponente, sind aber auch äußerliche Einflussfaktoren mögliche Auslöser. Hierzu zählen etwa Hausstaub, Pollen, Tierhaare oder weitere Allergene in Lebensmitteln. Auch Umweltfaktoren wie Feinstaub oder körperliche Infekte und Stress können Auslöser oder Verstärker von Schüben sein. Derartige Stressreaktionen können auftreten wenn das Kind aus seiner gewohnten Umgebung gerissen wird und beispielsweise in den Kindergarten kommt oder eingeschult wird. In der Psychosomatik geht man davon aus, das dermatologische Erkrankungen, wie  Neurodermitis oder Milchschorf beim Baby, dadurch ausgelöst werden, dass ein Bedarf nach Berührung und Zärtlichkeit besteht. Dieses Bedürfnis nach körperlicher Zuwendung wird von den Bezugspersonen (meistens Eltern / Elternteil) jedoch nicht in ausreichendem Maße erfüllt, sodass das Baby durch Kratzen und Jucken auf seine Not aufmerksam macht.

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Was sollte man gegen Neurodermitis beim Baby tun?

Zunächst einmal sollte man bekannte Auslöser wie Allergien meiden. Dies gilt beispielsweise für Hausstaub oder Tierhaarallergien. Des weiteren ist es wichtig, die Haut entsprechend zu pflegen und benötigte Feuchtigkeit zuzuführen. So hilft beispielsweise das Eincremen mit einer Lotion mit hohem Fettgehalt dabei, die Symptome von Neurodermitis beim Baby zu lindern. Bei nässender Haut ist darauf zu achten, dass die Creme wässriger ist. Harnstoffreiche Cremes können den Juckreiz ebenfalls lindern. Zu häufiges Baden oder Duschen mit Seife oder Shampoo kann die Haut unnötig strapazieren und sollte daher unterlassen werden. Einige Ärzte empfehlen jedoch medizinische Ölbäder. Obwohl die Anwendung der genannten Mittel nicht zur Heilung von Neurodermitis beim Baby führt, lässt sich damit das Hautbild spürbar verbessern. Zur effektiveren Bekämpfung der Erkrankung und insbesondere der aktiven Schübe gibt es eine Vielzahl verschreibungspflichtiger Medikamente, Therapien und Wirkstoffe, die nur in enger Absprache mit dem behandelnden Arzt eingenommen werden sollten:

  • Ciclosporin A, Kortison, Pimecrolimus, Tacrolimus (bei aktivem Schub)
  • Antibiotika, Antihistaminika, Antimykotika (zur unterstützenden Behandlung)
  • Lichttherapie, Reizklimaaufenthalt (als Auslösehemmung)

Gemäß den psychosomatischen Theorien, ist die Heilung der Hautkrankheit eng mit der Lösung der Problematik fehlender Zuneigung verbunden. So haben die Eltern oftmals selbst ein Kontakt- oder Berührungsproblem, mit dem Sie sich auseinander setzen müssen. Gelingt es Ihnen Ihre Berührungsangst zu überwinden und diese Thematik zu heilen, dann braucht auch das Baby die Neurodermitis-Symptome nicht mehr, um auf sich aufmerksam zu machen.

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