Muttermundschwäche in der Schwangerschaft: Ratgeber zu Ursachen, Symptome & Behandlung

Eine Muttermundschwäche in der Schwangerschaft (Zervixinsuffizienz) bezeichnet die Schwäche und vorzeitige Öffnung des Gebärmutterhalses (Zervix). In der Regel bleibt der Gebärmutterhals bis zum Beginn der Wehen verschlossen, um die Gebärmutter und das Ungeborene vor Infektionen zu schützen. Eine Muttermundschwäche in der Schwangerschaft tritt häufig in den Schwangerschaftswochen zwischen dem 4. und 6. Schwangerschaftsmonat auf und kann im schlimmsten Fall eine Fehlgeburt oder unreife Frühgeburt auslösen.

Erfahren Sie in diesem Ratgeber zur Muttermundschwäche in der Schwangerschaft

  • welche Ursachen und Symptome eine Muttermundschwäche in der Schwangerschaft hat
  • was ein verkürzter Gebärmutterhals bedeutet
  • wie die Diagnose und Behandlung einer Muttermundschwäche in der Schwangerschaft erfolgt
  • welche Therapiemöglichkeiten es gibt und wie hoch die Erfolgschance der Cerclage ist

Ursachen und Symptome einer Muttermundschwäche in der Schwangerschaft

Die Diagnose einer Muttermundschwäche in der Schwangerschaft ist oft schwierig. Denn der Defekt lässt sich auf unterschiedliche Ursachen zurückführen, wie beispielsweise:

  • eine frühere Operation wie z.B. Konisation des Muttermundes (keilförmige Entfernung von Gewebe)
  • eine Infektion
  • ein früherer Schwangerschaftsabbruch
  • Komplikationen am Muttermund bei früheren Schwangerschaften, wie z.B. Geburtsverletzungen
  • Fehlbildungen
  • Hormoneinflüsse
  • Kollagenfasermangel

Eine Muttermundschwäche in der Schwangerschaft (Zervixinsuffizienz) entwickelt sich oft ohne spürbare Anzeichen und Symptome. Deshalb bleibt sie meist bis zu den ersten Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt unbemerkt.

Bei Frauen mit mindestens zwei vorangegangenen Fehlgeburten nach der 15. SSW besteht ein erhöhter Verdacht auf eine Muttermundschwäche in der Schwangerschaft. Genauso erhöht ist auch das Risiko bei Schwangeren, die in der Vergangenheit bereits sehr unreife Frühgeburten hatten.

Der Gebärmutterhals ist verkürzt – welche Bedeutung hat das?

Ist der Gebärmutterhals verkürzt, hat sich der innere Muttermund schon trichterförmig geöffnet. Dieses sogenannte „Funneling“ kann als ein Anzeichen dafür gesehen werden, dass vorzeitige Wehen bald einsetzen. Je nach Schwangerschaftsfortschritt besteht ein erhöhtes Frühgeburtsrisiko.

Die Länge des Gebärmutterhalses wird mittels Ultraschall genau gemessen. Dabei gilt eine Gebärmutterhalslänge von 3 cm bis 2,5 cm als akzeptabel. Ist der Gebärmutterhals auf weniger als 2,5 cm verkürzt, sind engmaschigere Untersuchungen notwendig.

Muttermundschwäche in der Schwangerschaft

Eine Muttermundschwäche in der Schwangerschaft kann im schlimmsten Fall zu vorzeitigen Wehen, zu einer Fehlgeburt oder zu einer Frühgeburt führen. Daher sollte sich die Schwangere gut schonen.

Diagnose und operative Behandlung einer Muttermundschwäche in der Schwangerschaft

Im Ultraschall und mittels gynäkologischer Tast-Untersuchungen des Muttermundes stellt der Frauenarzt fest, inwieweit die Öffnung des Muttermundes bereits fortgeschritten ist. Eine zuverlässigere Methode ist allerdings die Ultraschalluntersuchung. Bei der transvaginalen Ultraschalluntersuchung wird eine Messung der Zervixlänge vorgenommen. Anhand der Länge des Gebärmutterhalses kann er folglich daraus schließen, wie hoch das Risiko für eine Fehlgeburt oder Frühgeburt letztendlich ist.

Ist eine Muttermundschwäche in der Schwangerschaft sehr früh diagnostiziert (bis zum 4. Schwangerschaftsmonat bzw. der 13. SSW), kann der Gebärmutterhals durch eine Operation unter Narkose zugenäht werden. Dazu wird eine Cerclage (ein Kunststoffband) um den Gebärmutterhals gelegt, die ihn zusammenzieht.

Die schwangere Frau sollte nach einer Operation bis zur Entbindung und Entfernung der Cerclage auf Geschlechtsverkehr verzichten. Die Entfernung der Cerclage erfolgt etwa ein bis zwei Wochen vor dem Geburtstermin.

Um einen Eingriff unter Narkose zu vermeiden, kann auch ein Ring aus Gummi über den Muttermund gezogen werden, das sogenannte „Cerclage-Pessar„.

Erfolgschancen der Cerclage und zusätzliche Therapiemöglichkeiten einer Muttermundschwäche in der Schwangerschaft

Einige Expertenmeinungen behaupten, dass eine Cerclage nur bei Frauen mit einer Muttermundschwäche in der Schwangerschaft sinnvoll ist, die:

  • einen Spätabort hatten (zwischen der 16. SSW und 36. SSW)
  • eine Frühgeburt hatten
  • einen verkürzten Gebärmutterhals haben (weniger als 25mm)

Der Muttermundverschluss verhindert eine Fehlgeburt, Frühgeburt oder vorzeitige Wehen nicht zu 100 Prozent. Allerdings lassen sich durch den Eingriff einige Wochen Zeit gewinnen.

Laut einer Studie zu schwangeren Frauen des mittleren Trimenons mit einer Gebärmutterhalsverkürzung von weniger als 25 mm, ist die Frühgeburtrate gesunken, nachdem sie eine Behandlung mittels Progesteron als Vaginalgel erhielten. Möglicherweise kann diese Methode eine Ergänzung zur Cerclage bilden. Es empfiehlt sich in jedem Fall Medikamente einzunehmen, die vorzeitige Wehen und eine Scheideninfektion vorbeugen. Mit regelmäßigen Messungen des pH-Wertes der Scheide kann Frau überprüfen, ob ein potentielles Risiko für Erreger besteht.

Für jede Frau gilt es bei einer Muttermundschwäche in der Schwangerschaft zudem, Bettruhe einzuhalten und sich körperlich zu schonen.

Dieser Beitrag ist Teil unserer Serie über Schwangerschaftskomplikationen. Überblick aller Ratgeber:

  1. Blasenmole
  2. Eileiterschwangerschaft
  3. KiSS-Syndrom
  4. Muttermundschwäche
  5. Neuralrohrdefekt
  6. Nierenbeckenentzündung
  7. Plazentainsuffizienz
  8. Präeklampsie
  9. Ringelröteln
  10. Risikoschwangerschaft
  11. Singuläre Nabelschnurarterie
  12. Schwangerschaftsprobleme
  13. Streptokokken
  14. Verhaltene Fehlgeburt
  15. Vorzeitiger Blasensprung
  16. Zwillingstransfusionssyndrom

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Letzte Aktualisierung am 19.09.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API