Verhütungsring

Der Verhütungsring (auch Nuvaring oder Vaginalring) ist ein Kunststoffring, der sehr biegsam ist und einfach in die Scheide eingeführt werden kann. Dort werden Hormone (ein künstliches Östrogen und Gestagen) zur Empfängnisverhütung abgegeben. Mit einem Pearl-Index von 0,4 bis 0,65 ist der Verhütungsring ein sehr sicheres hormonelles Verhütungsmittel.


Dieser Ratgeber ist Teil unserer Serie zum Thema Verhütung. Überblick aller Themen:

  1. Chemische Verhütungsmittel
  2. Verhütungsstäbchen
  3. Pille danach ohne Rezept
  4. Hormonfreie Empfängnisverhütung
  5. Verhütungsmethoden ohne Arztbesuch
  6. Empfängnisverhütung ohne Hormone
  7. Verhütungsmittel (Mann)
  8. Verhütungscomputer
  9. Verhütungspflaster
  10. Verhütungsring

Verhütungsring – Anwendungstipps, Wirkung & Sicherheit

Der Verhütungsring ist ein elastischer Kunststoffring mit einem Durchmesser von etwa 5 cm. Der Verhütungsring wird am ersten Tag der Monatsblutung in die Scheide eingeführt, wo er für drei Wochen verbleibt und kontinuierlich die Hormone Östrogen (Ethinylestradiol) und Gestagen (Etonogestrel) freisetzt. Mit einem Menstruationskalender kann der Termin der nächsten Monatsblutung berechnet werden. Wenn die Frau den Nuvaring nach dem Einsetzen nicht spürt, kann sie sich sicher sein, dass er richtig eingeführt wurde. Der Verhütungsring funktioniert ähnlich wie die Anti-Baby-Pille, da die Hormone über die Scheidenwände ins Blut gelangen, sodass der Eisprung gehemmt wird. Nach drei Wochen muss der Nuvaring entfernt werden und es kommt in den folgenden sieben Tagen (Einnahmepause) zur Menstruation. Am achten Tag, genauer gesagt an dem gleichen Wochentag, an dem der Nuvaring in der Woche zuvor entfernt wurde, wird ein neuer Nuvaring eingesetzt (am besten zur gleichen Zeit). Während der Einnahmepause ist der Schutz vor einer Schwangerschaft weiterhin gegeben.

Verhütungsring

Der Verhütungsring gilt mit einem Pearl-Index von 0,4 – 0,65 als sehr sicheres Verhütungsmittel.

Verhütungsring – Vorteile & Nachteile

Der Vorteil bei einer Verhütung mit Verhütungsring ist, dass er nur einmal für drei Wochen eingesetzt wird. Da die Hormone des Nuvarings über die Scheide aufgenommen werden und nicht über den Magen-Darm-Trakt, ist der Empfängnisschutz auch bei Erbrechen gegeben. Sollte der Nuvaring beim Geschlechtsverkehr stören, kann er für bis zu drei Stunden entfernt werden. Wichtig ist, diesen mit lauwarmem Wasser zu reinigen und hygienisch aufzubewahren. Möchte eine Frau nach einer Schwangerschaft wieder verhüten, kann sie den Verhütungsring problemlos benutzen, sobald sich ihre Gebärmutter wieder zurückgebildet hat. Bei regelmäßigen Arztbesuchen kann der Zeitpunkt festgestellt werden.

Letzte Aktualisierung am 20.11.2017 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Ein Nachteil des Nuvarings ist es, dass er für nicht länger als drei Stunden aus der Scheide entfernt werden darf, da der Empfängnisschutz sonst nicht mehr gewährleistet werden kann. Sollte der Ring nicht innerhalb von drei Stunden wieder eingeführt worden sein, empfiehlt es sich, eine zusätzliche Barrieremethode (z.B. Kondom) beim Geschlechtsverkehr zu verwenden. Bei einer Gebärmuttersenkung oder einer schweren Verstopfung kann desweiteren ein versehentliches Ausstoßen des Nuvaringes nicht ausgeschlossen werden. Aus diesem Grund wird der Arzt vor Verschreibung des Verhütungsrings zunächst eine gründliche gynäkologische Untersuchung durchführen. Zur eigenen Sicherheit empfiehlt es sich, in regelmäßigen Abständen zu kontrollieren, ob der Nuvaring noch richtig sitzt. In seltenen Fällen kann der Nuvaring auch auseinander brechen – auch in diesem Fall besteht das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft.

Nuvaring – Kosten, Nebenwirkungen & Risiken

Der Verhütungsring ist verschreibungs- und apothekenpflichtig. Die Kosten für eine Dreimonatspackung betragen etwa 47 Euro. Ähnlich wie bei der Verhütung mit der Anti-Baby-Pille, können unter Anwendung des Nuvarings Nebenwirkungen wie z.B. Kopfschmerzen, Übelkeit, Schmerzen in den Brüsten, Stimmungsschwankungen oder Libidoverlust auftreten. Ein großer Risikofaktor ist allerdings die Thrombose. Bei einer Thrombose verschließt ein Blutgerinnsel ein Gefäß (z.B. eine Beinvene). Wird dieses Blutgerinnsel mit dem Blut fortgespült, kann es zu einer Embolie führen (z.B. in der Lunge). Im Vergleich zur Anti-Baby-Pille ist beim Nuvaring das Risiko einer Thrombose höhter.