Streptokokken in der Schwangerschaft: Risiko & Therapie

Eine Infektion mit Streptokokken in der Schwangerschaft kann für das Baby gefährlich werden. Denn diese lösen die Symptome einer Blutvergiftung (Sepsis) aus. Im schlimmsten Fall kann eine Ansteckung mit B-Streptokokken einen tödlichen Ausgang für das Kind haben. Ab der 35. SSW ist es empfehlenswert einen Abstrich bzw. Test durchzuführen, um eine Infektion frühzeitig zu erkennen.

Die Kosten für den Abstrich liegen etwa bei 20€ bis 30€ und werden nicht von der Krankenkasse übernommen. Sollten Streptokokken in der Schwangerschaft erkannt worden sein und zeigt das Baby nach der Geburt Anzeichen einer Entzündung, lässt sich die Ansteckung meist mit Antibiotika gut behandeln.


Streptokokken in der Schwangerschaft – Risiko fürs Baby und Streptokokkentest

Eine Infektion mit Streptokokken in der Schwangerschaft oder auch bereits in der Frühschwangerschaft, kann für das Kind und insbesondere für Frühgeborene gefährlich werden. Normalerweise werden diese Bakterien bei einer Ansteckung von der körpereigenen Abwehrkraft bekämpft. Bei Frauen treten die Krankheitserreger vor allem im Vaginal- und Genitalbereich auf, wo sie Symptome wie

  • Endometriosen
  • Harnwegsinfektionen
  • Wundheilungsstörungen

verursachen können. Streptokokken in der Schwangerschaft können für Frühgeborene gefährlich werden, da sie die Ursache für eine Blutvergiftung, die sogenannte Sepsis oder Hirnhautentzündung sein können. Bei Neugeborenen können die Bakterien gefährlich werden, da sie direkt in den Körper eindringen und ihn infizieren. Das Immunsystem des Babys kann sich noch nicht gegen die Ansteckung wehren. Dadurch dass die Krankheitserreger über die Blutbahn im gesamten Körper verteilt werden, sind schnell alle Organe von der Infektion und den Symptomen betroffen.

Das Risiko für eine Infektion mit Streptokokken in der Schwangerschaft ist mit nur einer von 2000 Geburten eher gering. Allerdings empfiehlt es sich, zwischen der 35. SSW und 37. SSW einen Streptokokkentest mittels Abstrich durchführen zu lassen, um eine Infektion frühzeitig zu erkennen. Von einem zu frühen Test wird abgeraten, da die Bakterien während der Schwangerschaft auftreten, aber bis zur Geburt des Babys wieder von selbst verschwinden können. Umgekehrt können nach einem frühzeitigen negativen Test, die Symptome der Krankheitserreger zu einem späteren Zeitpunkt auftreten.

Streptokokken Schwangerschaft

Eine Infektion mit B-Streptokokken in der Schwangerschaft kann im schlimmsten Fall zu einer lebensbedrohlichen Hirnhautenzündung beim Kind führen. Die Behandlung der Ursache erfolgt mit Antibiotika.

B-Streptokokken in der Schwangerschaft – Symptome & Behandlung des Kindes mit Antibiotika

Sobald beim Gynäkologen ein Abstrich zum Test durchgeführt und Streptokokken in der Schwangerschaft festgestellt wurden, werden die Ergebnisse in den Mutterpass eingetragen. Diesen Mutterpass müssen Schwangere immer bei sich tragen, damit die behandelnden Ärzte im Notfall schnell auf die Symptome der Ansteckung reagieren können. Zur Behandlung des ungeborenen Kindes, werden der werdenden Mutter bei Beginn der Wehen oder kurz nach dem Platzen der Fruchtblase Antibiotika über die Armvene verabreicht. Die Antibiotika-Zufuhr wird nach Ende der Schwangerschaft bzw. nach erfolgreicher Geburt des Babys beendet.

Von einer früheren Behandlung mit Antibiotika wird abgesehen, außer das Baby steuert auf eine Frühgeburt oder einen vorzeitigen Kaiserschnitt zu. Denn die Bakterien sind für Frühgeborene besonders gefährlich. Nach der Geburt muss der Kinderarzt  bei seiner Untersuchung entscheiden, ob für das Baby eine weitere Behandlung mit Antibiotika notwendig ist.

Die Inkubationszeit beträgt zwischen 24 Stunden 38 Stunden. Unter der Inkubationszeit versteht man den  ersten Kontakt mit den Erregern, bis zum Auftreten der Symptome. Kommt es aufgrund von B-Streptokokken in der Schwangerschaft zu einer Ansteckung oder Infektion des Kindes, können sich innerhalb der ersten 24 Stunden folgende Symptome zeigen:

  • schlechtes Still- / Trinkverhalten
  • niedriger Blutdruck
  • zu langsame / schnelle Herz- und Atemfrequenz
  • zu niedrige / hohe Körpertemperatur

Streptokokken in der Schwangerschaft – Zahlt die Krankenkasse die Kosten beim Test?

Obwohl die Fachgesellschaften einen Test empfehlen, um Streptokokken in der Schwangerschaft frühzeitig zu erkennen, werden die Kosten für einen Streptokokkentest von den Krankenkassen nicht übernommen.

Die meisten Ärzte verlangen für den Test und die ärztliche Beratung Kosten in Höhe von etwa 20 bis 30 Euro. Diese Kosten müssen die Frauen selbst übernehmen. Da es für Schwangere keine Möglichkeiten zur Prävention einer Ansteckung gibt und sie sich somit nicht vorbeugend gegen Streptokokken schützen können, sollte dieser Test durchgeführt werden.

Unterschied zwischen A- und B-Streptokokken

Insgesamt gibt es etwa 20 Gruppen dieser Krankheitserreger. Streptokokken der Gruppe A sind von Mensch zu Mensch übertragbar und beispielsweise Ursachen folgender Symptome:

  • Angina / Halsentzündung
  • Hirnhautentzündung (Meningitis)
  • Rheumatisches Fieber
  • Scharlach

Die Gruppe B hält sich im Darm und den weiblichen Genitalien auf. Daher sind die B-Erreger in der Schwangerschaft auch besonders gefährlich fürs ungeborene Baby. Symptome sind die angesprochene Blutvergiftung bzw. Sepsis oder ebenfalls die Hirnhautentzündung (Meningitis).

Dieser Beitrag ist Teil unserer Serie über Schwangerschaftskomplikationen. Überblick aller Ratgeber:

  1. Blasenmole
  2. Eileiterschwangerschaft
  3. KiSS-Syndrom
  4. Muttermundschwäche
  5. Neuralrohrdefekt
  6. Nierenbeckenentzündung
  7. Plazentainsuffizienz
  8. Präeklampsie
  9. Ringelröteln
  10. Risikoschwangerschaft
  11. Singuläre Nabelschnurarterie
  12. Schwangerschaftsprobleme
  13. Streptokokken
  14. Verhaltene Fehlgeburt
  15. Vorzeitiger Blasensprung
  16. Zwillingstransfusionssyndrom

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Letzte Aktualisierung am 29.09.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API