Streptokokken in der Schwangerschaft: Risiko & Therapie

Eine Infektion mit Streptokokken in der Schwangerschaft kann für das Baby gefährlich werden. Denn diese lösen eine Blutvergiftung (Sepsis) aus. Im schlimmsten Fall kann eine Infektion mit B-Streptokokken einen tödlichen Ausgang für das Kind haben. Ab der 35. SSW ist es empfehlenswert einen Streptokokken-Test durchzuführen, um eine Infektion frühzeitig zu erkennen. Sollten Streptokokken in der Schwangerschaft erkannt worden sein und zeigt das Kind nach der Geburt Anzeichen einer Infektion, lassen sich diese meist mit Antibiotika gut behandeln.


Dieser Beitrag ist Teil unserer Serie über Schwangerschaftskomplikationen. Überblick aller Ratgeber:

  1. Blasenmole
  2. Eileiterschwangerschaft
  3. KiSS-Syndrom
  4. Neuralrohrdefekt
  5. Nierenbeckenentzündung
  6. Präeklampsie
  7. Ringelröteln
  8. Risikoschwangerschaft
  9. Schwangerschaftsprobleme
  10. Streptokokken
  11. Vorzeitiger Blasensprung

Weiter zum Thema Gesundheit und Krankheit.

Streptokokken in der Schwangerschaft – Risiko für das Kind und Streptokokken-Test

Eine Infektion mit Streptokokken in der Schwangerschaft kann für das Kind und insbesondere für Frühgeborene gefährlich werden. Normalerweise werden Streptokokken von der körpereigenen Abwehrkraft bekämpft.  Bei Frauen treten die Bakterien vor allem im Vaginal- und Genitalbereich auf, wo sie Endometriosen, Harnwegsinfektionen oder Wundheilungsstörungen verursachen können. Streptokokken in der Schwangerschaft können für Frühgeborene gefährlich werden, da sie bei ihnen eine Blutvergiftung oder Hirnhautentzündung auslösen können. Bei Neugeborenen können die Streptokokken gefährlich werden, da sie direkt in den Körper eindringen und ihn infizieren, ohne dass sich das Immunsystem dagegen wehren kann. Dadurch dass die Bakterien über die Blutbahn im gesamten Körper verteilt werden, sind schnell alle Organe von der Infektion betroffen. Das Risiko für eine Infektion mit Streptokokken in der Schwangerschaft ist mit nur einer von 2000 Geburten eher gering. Allerdings empfiehlt es sich, zwischen der 35. SSW und 37. SSW einen Streptokokken-Test (Abstrich) durchführen zu lassen, um eine Infektion frühzeitig zu erkennen. Von einem zu frühen Test wird abgeraten, da die Bakterien während der Schwangerschaft auftreten, aber bis zur Geburt wieder von selbst verschwinden können. Umgekehrt können nach einem frühzeitigen negativen Test, die Streptokokken zu einem späteren Zeitpunkt unbemerkt auftreten.

Streptokokken Schwangerschaft

Eine Infektion mit Streptokokken in der Schwangerschaft kann im schlimmsten Fall zu einer lebensbedrohlichen Hirnhautentzündung beim Kind führen.

Streptokokken in der Schwangerschaft – Symptome & Behandlung des Kindes mit Antibiotika

Sobald beim Gynäkologen ein Streptokokken-Test durchgeführt und Streptokokken in der Schwangerschaft festgestellt wurden, werden die Ergebnisse in den Mutterpass eingetragen. Diesen Mutterpass müssen Schwangere immer bei sich tragen, damit die behandelnden Ärzte im Notfall schnell reagieren können. Um die Infektion des Kindes mit Streptokokken zu behandeln, werden der werdenden Mutter bei Beginn der Wehen oder kurz nach dem Platzen der Fruchtblase Antibiotika über die Armvene verabreicht. Die Antibiotika-Zufuhr wird nach der Geburt des Kindes beendet. Von einer früheren Behandlung mit Antibiotika wird abgesehen, außer die Schwangere steuert auf eine Frühgeburt zu. Denn die Bakterien sind für Frühgeborene besonders gefährlich. Nach der Geburt muss der Kinderarzt entscheiden, ob eine weitere Behandlung des Kindes mit Antibiotika notwendig ist. Kommt es aufgrund von Streptokokken in der Schwangerschaft zu einer Infektion des Kindes, können sich innerhalb der ersten 24 Stunden folgende Symptome zeigen:

  • schlechtes Still- / Trinkverhalten
  • niedriger Blutdruck
  • zu langsame / schnelle Herz- und Atemfrequenz
  • zu niedrige / hohe Körpertemperatur
Tipp: 12 praktische Baby-Artikel für Schwangere

Streptokokken in der Schwangerschaft – Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für einen Test?

Obwohl die Fachgesellschaften einen Test empfehlen, um Streptokokken in der Schwangerschaft frühzeitig zu erkennen, werden die Kosten für den Streptokokken-Test von den Krankenkassen nicht übernommen. Die meisten Ärzte verlangen für den Streptokokken-Test und die ärztliche Beratung Kosten in Höhe von etwa 20 bis 30 Euro. Diese Kosten müssen die Frauen selbst übernehmen. Da es für Schwangere keine Möglichkeiten zur Prävention gibt und sie sich somit nicht vorbeugend gegen Streptokokken in der Schwangerschaft schützen können, sollte dieser Test durchgeführt werden.