Probleme in der Schwangerschaft

Die häufigsten Schwangerschaftsbeschwerden: Das können Sie tun

Eine Schwangerschaft ist für jede Frau eine ganz besondere Zeit: Der Körper verändert sich so schnell wie nie im Erwachsenenleben. Durch einen veränderten Hormonhaushalt stellt sich der ganze Organismus auf die Versorgung des Babys ein. Kein Wunder, dass diese Umstellungen zu Beschwerden in der Schwangerschaft führen können, die ganz typisch für diese Zeit sind. Wir haben die häufigsten Schwangerschaftsbeschwerden für Sie zusammengestellt und geben Ihnen Tipps, wie Sie diese lindern können.


Übelkeit und Erbrechen: Vor allem im ersten Drittel verbreitet

Nahezu jede Frau hat in den ersten Monaten mit Übelkeit und Erbrechen zu kämpfen. Bei den meisten legt sich diese Schwangerschaftsbeschwerde nach 12 Wochen wieder, andere leiden bis in die 20. Schwangerschaftswoche darunter. Nur selten begleiten Übelkeit und Erbrechen Frauen die gesamte Schwangerschaft hindurch.

Was sind die Ursachen?

Vor allem zu Beginn der Schwangerschaft stellt sich der Hormonhaushalt der werdenden Mutter massiv um. Die Flut an Hormonen wie Progesteron und Östrogen bringt den Stoffwechsel gehörig durcheinander – und bringt neben Stimmungsschwankungen und Müdigkeit häufig auch Magenprobleme mit sich, angefangen von einem flauen Gefühl und Appetitlosigkeit bis hin zu starkem Erbrechen.

Das können Sie tun!

  • Nehmen Sie kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt ein.
  • Verzichten Sie auf fetthaltige und stark gewürzte Speisen sowie auf Säfte und kohlensäurehaltige Getränke.
  • Legen Sie, wenn möglich, immer wieder Ruhepausen ein.
  • Probieren Sie Mittel aus der Naturheilkunde: Viele Frauen haben positive Erfahrungen mit Akupressur, Schüssler-Salzen oder Homöopathie gemacht.

Wichtig: Trinken Sie viel, am besten Wasser oder ungesüßte Kräutertees. Vor allem bei häufigem Erbrechen kann der Wasserverlust hoch sein – suchen Sie daher unbedingt einen Arzt auf, in schweren Fällen sind Infusionen nötig.

Wassereinlagerungen: Typische Schwangerschaftsbeschwerde gegen Ende

Geschwollene Beine in der Schwangerschaft sind vor allem in den letzten Monaten verbreitet. Der Körper lagert Wasser hauptsächlich in Händen, Füßen und Beinen ein. Schwangere spüren das daran, dass sich die Gliedmaßen schwer anfühlen und Ringe und Schuhe nicht mehr passen. Auch wenn das unangenehm ist, Wassereinlagerungen verschwinden in der Regel einige Tage nach der Entbindung von selbst wieder.

Was sind die Ursachen?

Auch an dieser Schwangerschaftsbeschwerde sind die Hormone schuld: Sie weiten die Blutgefäße, damit das Baby gut versorgt wird. Das führt aber auch dazu, dass Wasser leichter ins Gewebe strömen kann.

Das können Sie tun!

  • Legen Sie Ihre Beine zwei- bis dreimal täglich für mindestens 15 Minuten hoch.
  • Bewegen Sie sich regelmäßig und vermeiden Sie zu langes Stehen oder Sitzen.
  • Tragen Sie weite Kleidung und Schuhe.
  • Ein lauwarmes Bad mit Meersalz kann Abhilfe schaffen.

Wichtig: Trinken Sie trotz Wassereinlagerungen mindestens 2,5 Liter am Tag, sonst riskieren Sie Probleme mit dem Kreislauf. Gehen Sie zum Arzt, wenn die Beschwerde dauerhaft anhält oder stärker wird.

Probleme in der Schwangerschaft

Probleme in der Schwangerschaft: Übelkeit, Rückenschmerzen oder Sodbrennen können mit einfachen Tipps entgegengewirkt werden.

Sodbrennen und saures Aufstoßen durch Druck auf den Magen

Umso größer Baby und Gebärmutter werden, desto stärker drücken sie auf die inneren Organe der Mutter. Das macht sich oft auch am Magen bemerkbar: Es kommt immer leichter und häufiger dazu, dass Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfließt. Vor allem beim Bücken und im Liegen ist die Beschwerde in der Schwangerschaft lästig – es kann soweit kommen, dass der betroffenen Frau der Schlaf geraubt wird und sie aufgrund der Schmerzen nichts mehr Essen mag.

Was sind die Ursachen?

Zum einen wird der Magen durch die Gebärmutter zusammengedrückt, zum anderen sorgen Schwangerschaftshormone dafür, dass der Verschlussmuskel zwischen Magen und Speiseröhre weicher wird und somit leichter Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfließen kann.

Das können Sie tun!

  • Essen Sie kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt und nehmen Sie mindestens drei Stunden vor dem Zubettgehen nichts mehr zu sich.
  • Lagern Sie Ihren Oberkörper nachts durch mehrere Kissen hoch oder schlafen Sie bevorzugt auf der linken Seite.
  • Probieren Sie Hausmittel wie Heilerde in Wasser aufgelöst oder kauen Sie langsam Mandeln. Auch ein Esslöffel Haferflocken zerkauen kann helfen.

Wichtig: Bei starken Beschwerden berät Sie Ihr Arzt oder Apotheker zu geeigneten Medikamenten. Mittel, die die Magensäure neutralisieren, wirken nur lokal im Magen und sind oftmals auch zur Einnahme in der Schwangerschaft zugelassen.

Rückenschmerzen: Häufige Beschwerde in der Schwangerschaft

Schon zu Beginn der Schwangerschaft können Rückenschmerzen auftreten. In der Regel werden sie mit fortschreitender Schwangerschaft schlimmer, vor allem im unteren Rücken. Aber auch Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich sind häufige Schwangerschaftsbeschwerden.

Was sind die Ursachen?

Zum einen führen die Schwangerschaftshormone dazu, dass sich Bänder und Gelenke lockern – der Rücken wird so weniger gut gestützt und es kann leichter zu Fehlbelastungen kommen. Zum anderen verschiebt der wachsende Bauch den Körperschwerpunkt der Mutter – sie gerät automatisch in ein Hohlkreuz, um das Gewicht am Bauch auszugleichen. Das führt zu Beschwerden am Ischiasnerv, was an Schmerzen spürbar ist, die bis in den Po und die Beine ausstrahlen können.

Das können Sie tun!

  • Achten Sie auf regelmäßige Bewegung in der Schwangerschaft. Durch Yoga, Gymnastik oder Aquafitness können Sie Ihren Rücken stärken, sodass es erst gar nicht zu Beschwerden kommt.
  • Bei Schmerzen tut Wärme gut: Ein Heizkissen oder ein warmes Wannenbad lockern die verspannten Muskeln.
  • Schlafen Sie nachts auf der Seite und entlasten Sie Ihren Rücken, indem Sie sich ein Kissen zwischen die Beine schieben. Auch spezielle Stillkissen können schon in der Schwangerschaft als Seitenschläferkissen genutzt werden.
  • Vermeiden Sie es möglichst, schwere Dinge zu heben oder zu tragen. Das schont auch Ihren Beckenboden.

Wichtig: Haben Sie anhaltende Probleme in der Schwangerschaft, sollten Sie zum Arzt gehen. Er kann Ihnen Physiotherapie oder Massagen verschreiben und bei starken Problemen ein Schmerzmittel empfehlen.

Dieser Beitrag ist Teil unserer Serie über Schwangerschaftskomplikationen. Überblick aller Ratgeber:

  1. Blasenmole
  2. Eileiterschwangerschaft
  3. KiSS-Syndrom
  4. Muttermundschwäche
  5. Neuralrohrdefekt
  6. Nierenbeckenentzündung
  7. Plazentainsuffizienz
  8. Präeklampsie
  9. Ringelröteln
  10. Risikoschwangerschaft
  11. Singuläre Nabelschnurarterie
  12. Schwangerschaftsprobleme
  13. Streptokokken
  14. Verhaltene Fehlgeburt
  15. Vorzeitiger Blasensprung
  16. Zwillingstransfusionssyndrom

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Letzte Aktualisierung am 29.09.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API