Läuse im Kindergarten auf dem Vormarsch

Meist ist es ein Aushang im Kindergarten, der zur Aufregung bei den Eltern führt: Wir haben Läuse im Kindergarten. Tatsächlich sind Läuse seit einigen Jahren auf dem Vormarsch und verbreiten sich besonders in Kindergärten und Schulen rasant. In Panik braucht deswegen aber keiner zu verfallen: Die Parasiten sind harmlos und lassen sich heutzutage gut behandeln.


Im Kindergarten verbreiten sich Läuse schnell

Beim Spielen im Kindergarten einmal kurz die Köpfe zusammengesteckt und schon ist es passiert: Die Läuse können von einem Schopf zum anderen wandern. Hingegen einer veralteten Annahme haben die Tiere nichts mit unhygienischen Verhältnissen zu tun: Sie machen vor keinem Kopf halt, auch nicht vor einem frisch gewaschenen. Da in Kindergärten und Schulen viele Menschen auf engstem Raum beieinander sind und auch noch oft engen Körperkontakt haben, breiten sich Läuse im Kindergarten besonders leicht aus.

Bei Kopfläusen handelt es sich um etwa drei Millimeter kleine Insekten, die sich von menschlichem Blut ernähren. Sie können sich an den Kopfhaaren festklammern und mit einem speziellen Werkzeug die Haut mit winzig kleinen Schnitten verletzen. Das heraustretende Blut nutzen sie als Nahrungsquelle. Die Haut reagiert auf die Verletzung und auf ein blutgerinnendes Mittel der Parasiten mit Schwellungen, die stark jucken.

So erkennen Sie einen Kopflausbefall

Kratzen sich Ihre Kinder ständig am Kopf, können Kopfläuse aus dem Kindergarten dahinterstecken. Vor allem im Nacken, hinter den Ohren und an den Schläfen halten sich die Plagegeister gern auf, daher ist der Juckreiz, ähnlich wie bei Neurodermitis an der Kopfhaut, dort oft auch am schlimmsten.

Durch ihre Größe und Färbung lassen sich Läuse schwer ausmachen. Besser lassen sich hingegen die Nissen erkennen: Dabei handelt es sich um die leeren Eihüllen der Kopfläuse, aus denen die jungen Parasiten geschlüpft sind. Nissen erkennen Sie an einer hellen Färbung. Sie sind Schuppen ähnlich, kleben jedoch fest am Haar und lassen sich nicht einfach mit den Fingern abziehen.

Wollen Sie sichergehen, kann Ihnen ein Läusekamm aus der Apotheke helfen. Dieser Spezialkamm besitzt engstehende Zinken, sodass Nissen und Läuse daran hängen bleiben. Kämmen Sie eine Haarsträhne Ihres Kindes sorgfältig von der Kopfhaut zu den Spitzen durch und streifen Sie anschließend den Kamm an einem sauberen Papiertaschentuch ab. Sehen Sie genau nach: Können Sie bräunliche Kopfläuse oder Nissen erkennen? Mit einer Lupe geht es noch besser.

Tipp: Befeuchten Sie die Haare Ihres Kindes und tragen Sie etwas Haarspülung auf. So können Sie die Haare leichter durchkämmen.

Läuse auf dem Kopf – Was nun?

Ihr Kind hat sich mit Läusen im Kindergarten angesteckt? Das ist zwar unangenehm, aber die Parasiten sind nicht gefährlich. Folgende Schritte sind bei einem Kopflausbefall wichtig:

  • Mit einem Läusekamm können Sie den ganzen Kopf Ihres Kindes, Strähne für Strähne, durchkämmen. So entfernen Sie die Kopfläuse und ihre Eier. Mit einem Läusemittel aus der Apotheke können Sie die Behandlung wirkungsvoll unterstützen.
  • Waschen Sie alle Textilien (nicht nur die aus dem Kindergarten!), die mit dem Kopf Ihres Kindes in Kontakt gekommen sind, möglichst bei 60 Grad. Denken Sie dabei an Bettwäsche, Kuscheltiere und Mützen. Nicht waschbare Sachen können Sie in einem luftdichtverschlossenen Plastiksack für 3 Tage aufbewahren.
  • Kontrollieren Sie sowohl sich selbst als auch weitere Familienmitglieder auf einen Lausbefall. Oftmals setzt der Juckreiz erst nach Tagen bis Wochen nach dem Besuch im Kindergarten ein, es kann also sein, dass angesteckte Personen zunächst nichts von den Parasiten bemerken.

Außerdem sollten Sie umgehend Freunde, die mit Ihrem Kind in Kontakt waren und den Kindergarten über die Läuse unterrichten. Denn so können Kopfläuse früh entdeckt und eine Epidemie verhindert werden. Gegenüber dem Kindergarten haben Sie sogar eine Meldepflicht: Ihr Kind darf erst wieder in eine Betreuungseinrichtung, wenn der Lausbefall behandelt wurde.

Der Kindergarten ist wiederum dazu verpflichtet, das zuständige Gesundheitsamt über Läuse zu informieren. Dies dient dazu, eine Ausbreitung der Parasiten möglichst einzudämmen.

Kann ich Läuse im Kindergarten vorbeugen?

Sobald es Läuse im Kindergarten gibt, fragen sich die Eltern, ob sie ihr Kind vor einem Befall schützen können. Vorbeugen können Sie Kopfläusen, indem Sie:

  • Ihre Kinder über Läuse informieren und ihnen erklären, dass sie engen Kopf-an-Kopf-Kontakt im Kindergarten vermeiden sollten. Rechnen Sie aber damit, dass Ihre Kinder das bald wieder vergessen.
  • Die beste Vorsorge besteht in der Früherkennung: Untersuchen Sie Ihre Kinder regelmäßig auf Läuse, am besten wie oben beschrieben, mithilfe eines Läusekamms. Sobald Sie Kopfläuse entdecken, sollten Sie mit der Behandlung beginnen. So können Sie eine weitere Übertragung verhindern.

Läuse lassen sich heutzutage unkompliziert und effizient behandeln. Daher ist es unnötig, bei einer Läuseepidemie in Panik auszubrechen.

Mit Läusen zum Kinderarzt?

Generell ist es nicht unbedingt nötig, mit einem Lausbefall einen Kinderarzt aufzusuchen. Wenn sich Ihr Kind allerdings so stark kratzt, dass offene und entzündete Haustellen auftreten, ist der Kinderarztbesuch angebracht. Er kann spezielle Salben verschreiben, die die Haut beruhigen und einem Ausbreiten von Infektionen entgegenwirken.

Dieser Artikel gehört zur Serie über Krankheiten bei Babys und Kinder. Überblick aller Beiträge:

  1. 3-Monats-Koliken
  2. Dreitagefieber
  3. Engelwurzbalsam
  4. Erkältung und Grippe
  5. Kopfgneis
  6. Läuse im Kindergarten
  7. Mundfäulnis
  8. Neugeborenenakne
  9. Neurodermitis