Geburtsvorbereitende Akupunktur

Die geburtsvorbereitende Akupunktur wird von vielen schwangeren Frauen in Anspruch genommen. Denn nach einer Studie der Frauenklinik in Mannheim verkürzt ihre entspannende und schmerzlindernde Wirkung die Geburtsdauer um bis zu zwei Stunden.

Dieser Ratgeber erklärt, wie die geburtsvorbereitende Akupunktur

  • als Geburtsvorbereitung wirkt
  • Schwangerschaftsbeschwerden effektiv lindert und zur tiefen Entspannung beiträgt
  • im Kreißsaal bei der Entbindung als geburtseinleitende Akupunktur eingesetzt wird


Geburtsvorbereitende Akupunktur gegen Schwangerschaftsbeschwerden

Eine geburtsvorbereitende Akupunktur ist eine Methode, die sich aus der traditionellen chinesischen Medizin ableitet. Sie bereitet schwangere Frauen natürlich auf die bevorstehende Geburt vor, indem sie ihnen hilft, zu entspannen. Dabei lindert sie typische Schmerzen und Beschwerden, die in der Schwangerschaft auftreten und auch die Geburt im Kreißsaal begleiten.

Typische Schwangerschaftsbeschwerden, die eine geburtsvorbereitende Akupunktur lindert, sind:

  • Schwangerschaftserbrechen (sog. Morgenübelkeit)
  • Schmerzen unterschiedlichster Art (z.B. Unterleibschmerzen, Krämpfe)
  • Schlafstörungen, Angstzustände, Unruhe
  • vorzeitig einsetzende Wehen
  • Fehllagen des Ungeborenen

Typische Schmerzen und Beschwerden während der Geburt im Kreißsaal, die eine geburtsvorbereitende Akupunktur lindert, sind:

  • Schmerzlinderung
  • Entspannung
  • Geburtserleichterung
Geburtsvorbereitende Akupunktur

Die geburtsvorbereitende Akupunktur hat ihre Wurzeln in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM).

Die geburtseinleitende oder geburtsvorbereitende Akupunktur wird von einer ausgebildeten Hebamme oder von einem Frauenarzt durchgeführt und kann ab der 36. Schwangerschaftswoche (36. SSW) begonnen werden. Vor der 36. SSW sollte keine geburtsvorbereitende Akupunktur erfolgen, da diese im schlimmsten Fall zu vorzeitigen Wehen führen kann.

Eine Behandlung kann bis zum errechneten Geburtstermin einmal pro Woche zu je 20 bis 30 Minuten erfolgen. Während der Akupunktur wird das Kind stets über CTG überwacht und ist somit geschützt. Die Hebamme oder der Frauenarzt tasten zunächst Punkte am Akupunkturbereich ab, um eine druck-sensible Körperregion zu finden. In diese Punkte werden die Akupunkturnadeln in etwa 0,5 cm Tiefe eingestochen und unter einer rotierenden Bewegung bis zur Auslösung des „De-Qi“-Gefühls vorgeschoben. Die Einstichtiefe in die Punkte richtet sich nach der Lage der Punkte und variiert zwischen 5 mm und mehreren cm. Für die geburtsvorbereitende Akupunktur werden auf jeder Körperseite 4 Punkte behandelt:

  • Punkte unter dem Knie
  • im Bereich des Innenknöchels des Fußes
  • an der oberen seitlichen Wade
  • Punkte an der äußeren Seite der kleinen Zehe
  • bei Angst kann ein Kopfpunkt gesetzt werden, der beruhigend wirkt

Bringt die geburtsvorbereitende Akupunktur Schmerzen und Nebenwirkungen mit sich?

Die geburtsvorbereitende Akupunktur ist normalerweise nicht mit Schmerzen und Nebenwirkungen verbunden. Denn die Akupunkturnadel ist sehr dünn und aus flexiblem Stahl gefertigt. Das heißt, dass sie sich zwar biegen lässt, aber nicht abbrechen kann. Die Schwangere kann aber ein Gefühl wie Taubheit, Wärme, Druck, Schwere, Kribbeln oder einen kleinen Stromschlag empfinden.

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Es kann auch vorkommen, dass die geburtsvorbereitende Akupunktur nach der Behandlung „Nebenwirkungen“ wie leichte Rötungen verursacht oder dass sich blaue Flecken um die Einstichstellen bilden. Beide Symptome vergehen jedoch nach einiger Zeit von selbst ohne Behandlung.

Manche Frauen reagieren sehr empfindlich auf diese Symptome und können als Nebenwirkungen Probleme mit dem Kreislauf bekommen.  Die Kreislaufprobleme können zum einen auf rein körperliche Ursachen zurückgeführt werden und zum anderen auf die allgemeine „Angst vor Nadeln“. Bei Frauen, die leicht Kreislaufprobleme bekommen, sollte die Behandlung in einer halb liegenden halb sitzenden Position, mit leicht erhöhten Beinen erfolgen.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine geburtsvorbereitende Akupunktur?

Die Kosten für eine geburtsvorbereitende Akupunktur betragen zwischen 15 und 70 Euro. Diese Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen allerdings nicht bezahlt. Denn bei dieser Behandlung handelt es sich um einen persönlichen Wunsch der Schwangeren und nicht um eine medizinische Notwendigkeit. Einige private Krankenkassen übernehmen die Kosten allerdings. Deshalb sollte vor Beginn der Behandlung bei der Krankenkasse nachgefragt werden, ob sie die Kosten über Erstattungsmöglichkeiten übernimmt.

Dieser Artikel ist Teil unserer Serie zum Thema Geburtsvorbereitung. Die weiteren Ratgeber sind:

  1. Geburtskarten (zum Test)
  2. Geburtsrechner
  3. Geburtssprüche
  4. Geburtstagsglückwuensche
  5. Geburtsvorbereitende Akupunktur
  6. Geburtsvorbereitungskurs
  7. Geburtswünsche
  8. Geburtsgeschenke
  9. Krankenhaustasche für Entbindung
  10. Sonderurlaub für Eltern