Geplanter Kaiserschnitt

Ein geplanter Kaiserschnitt ist per Definition dann gegeben, wenn sich die werdende Mutter entweder ohne medizinische Notwendigkeit (Wunschkaiserschnitt) oder vor Einsetzen der Wehen bereits für diese operative Art der Entbindung entschieden hat. Bei Letzterem spricht man von dem sogenannten „primären“ Kaiserschnitt. Dem gegenüber steht der ungeplante Kaiserschnitt, welcher aus der Not heraus akut erfolgt, wenn während der Geburt die Versorgung des Babys nicht mehr gewährleistet ist.

Optimaler Termin beim geplanten Kaiserschnitt

Beim geplanten Kaiserschnitt muss der Termin so gewählt werden, dass die Operation ca. ein bis zwei Wochen vor der errechneten Entbindung angesetzt wird. Der Grund liegt darin, dass sich einerseits das Baby so lange wie möglich im Mutterleib entwickeln soll, andererseits darf die Geburt aber noch nicht auf natürlichem Wege anfangen. Um dies zu gewährleisten sind gründliche Untersuchungen der Mutter notwendig. Wenn der Zeitpunkt der Zeugung ungewiss ist, dann wird der Termin für den geplanten Kaiserschnitt sicherheitshalber nach hinten geschoben, um die Kindesentwicklung nicht durch eine verfrühte Entbindung zu beeinträchtigen. Die Kliniken verschieben die operative Entbindung daher in der Regel so nah wie möglich an den errechneten Geburtstermin.

Geplanter Kaiserschnitt

Geplanter Kaiserschnitt: Eine frühe Bekanntgabe des Termins hilft dabei sich auf den operativen Eingriff psychisch einzustellen.

Für viele Mütter ist es wichtig, sich mental auf die Operation vorzubereiten. Wenn medizinische Gründe, wie beispielsweise Wirbelsäulenprobleme oder HIV-Erkrankungen bekannt sind, dann ist es im Vorfeld bereits sehr früh möglich sich auf einen Kaiserschnitt vorzubereiten. In den meisten Fällen wird jedoch ein Lageproblem des Kindes ausschlaggebend für die Operation sein. Dann wird solange wie möglich abgewartet, ob sich das Baby nicht doch noch in die richtige Geburtslage dreht und erst kurz vor der Geburt eine Entscheidung gefällt. Aus medizinischer Sicht ist bei der Wahl des Zeitpunkts zu beachten, dass die Durchführung eines geplanten Kaiserschnitts schwieriger ist, wenn die Wehen eingesetzt haben oder die Fruchtblase bereits geplatzt ist (sogenannter „Notkaiserschnitt“).

Geplanter Kaiserschnitt: Ablauf

Wenn ein geplanter Kaiserschnitt kein Wunschkaiserschnitt ist, dann gibt es im Vorfeld der Geburt oftmals Anzeichen die für einen operativen Eingriff sprechen. Daher sollte zuerst die medizinische Notwendigkeit abgewägt werden. Hierunter fallen:

  • Anzahl bisheriger Kaiserschnitte
  • Ein zu großes Baby bei zu kleinem Becken
  • Die Lage des Kindes
  • Frühgeburten
  • HIV- oder Herpes-Genitalis-Erkrankung der Mutter
  • Muttermundblockade durch die Plazenta
  • Sonstige Bedenken & Ängste seitens der Mutter
  • Wirbelsäulenschäden der Mutter
  • Zwillingsschwangerschaften

Kommt es zum geplanten Kaiserschnitt wird dieser in der Regel mit einer regionalen Betäubung durch geführt, sodass Sie Ihr Baby anschließend direkt in den Arm nehmen können. Auch Ihr Partner kann dabei anwesend sein und wird lediglich bei Notfällen oder Operationen unter Vollnarkose des Kreissaals verwiesen. Im Vorfeld eines geplanten Kaiserschnitts finden einige Tage zuvor diverse Schwangerschaftsuntersuchungen und Bluttests im Krankenhaus statt. Die Anwesenheit ist dann spätestens drei Stunden vor dem Eingriff erforderlich, wobei man 6-8 Stunden vor Beginn eines geplanten Kaiserschnitts nichts mehr essen und trinken sollte. Es empfiehlt sich in jedem Fall rechtzeitig eine Krankenhaustasche für die Geburt zu packen. Vor der Operation werden der Mutter die Haare an Bauch und in der Schamregion rasiert und eine Infusion angelegt. Im Kreissaal wird der Anästhesist zunächst die Betäubung durchführen und die Hebamme nach Einsetzen der Wirkung die Blase mit einem, durch die Harnröhre eingeführten, Katheter schmerzfrei entleeren. Bei der Operation führt der Arzt als Erstes den sogenannten „Bikinischnitt“ horizontal, oberhalb des Schambeins durch und anschließend einen zweiten Schnitt im unteren Teil der Gebärmutter. Danach wird das Baby heraus gezogen und von der Hebamme zunächst in ein warmes Tuch gewickelt und der Mutter übergeben. Sollte es zu Komplikationen kommen, kann das Baby auch direkt auf die Babystation oder zum Kinderarzt gebracht werden. Das anschließende Entfernen der Plazenta und das Nähen der Wunde dauert ungefähr eine halbe Stunde.

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Sterilisation während Kaiserschnitt

Ein geplanter Kaiserschnitt kann von Frauen auch dazu genutzt werden sich einer Sterilisation zu unterziehen. Diese erfolgt mittels Durchtrennung der Eileiter und ist normalerweiser ein Eingriff der unter Vollnarkose stattfindet. Frauen deren Familienplanung bereits abgeschlossen ist und die keine weiteren Kinder möchten, können sich mit der Sterilisation bei der Geburt des letzten Kindes einen weiteren operativen Eingriff sparen, da durch den Kaiserschnitt die Bauchdecke ja ohnehin bereits geöffnet ist. Die Sterilisation stellt eine sehr wirkungsvolle, aber auch „endgültige“ Verhütungsmethode dar, deren Konsequenzen wohl überlegt sein sollten. Allerdings werden Frauen in wenigen Fällen schwanger trotz Sterilisation.

Geplanter Kaiserschnitt & Kosten

Die Kosten für einen geplanten Kaiserschnitt trägt die Krankenkasse, wenn eine medizinische Notwendigkeit vorliegt. Der sogenannte „Wunschkaiserschnitt“ ist offiziell im Erstattungskatalog nicht existent bzw. wird von der Versicherung nicht abgedeckt. Um hierfür die Kosten von der Krankenkasse bezahlen zu lassen, sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen. Mit Sicherheit wird er einen physischen oder psychischen Grund gegen die Kosten attestieren können.

Erfahrungen zum geplanten Kaiserschnitt

Wir haben für Sie im Internet recherchiert und die Erfahrungen zum geplanten Kaiserschnitt aus den einschlägigen Foren gebündelt. Die betroffenen Muttis waren unisono der Meinung, dass nach der Operation Bewegung das Beste ist um schnellstmöglich fit zu werden. Natürlich ist dies nach einem derartigen Eingriff nicht angenehm, aber hilfreich um schnell das Krankenhaus zu verlassen. Frauen bei denen die Operation unter Vollnarkose durchgeführt wurde, klagen bis ca. 2h nach der Geburt über Taubheitsgefühl in den Beinen und das ein Aufstehen nur mit Hilfe anderer Personen möglich ist. Wenn man die Erfahrungen zum geplanten Kaiserschnitt bündelt fällt ebenfalls auf, dass bei den meisten Geburten keine größeren Komplikationen auftraten, die psychische Belastung, besonders bei unfreiwilligen Operationen aber oftmals beanstandet wird. Bezüglich der Spätfolgen sind besonders ein langanhaltendes Taubheitsgefühl an der Narbe, sowie die Ästhetik Beanstandungspunkte. Alles in Allem ist der Tenor zu den Erfahrungen eines geplanten Kaiserschnitts überwiegend positiv und zeugt von der Zufriedenheit der Mütter.