Schwanger durch Lusttropfen

Aller sexuellen Aufklärung zum Trotz, stellen sich auch heutzutage noch viele Leute die Frage, ob man durch Lusttropfen schwanger werden kann. Beim Lusttropfen handelt es sich um ein sogenanntes Präejakulat, dass dann austritt, wenn der Penis des Mannes sexuell erregt ist und bevor es zum eigentlichen Samenerguss kommt. Wir klären auf, ob man von Lusttröpfchen schwanger werden kann, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist und ob Lusttropfen am Finger gefährlich sind.

Kann man von Lusttropfen schwanger werden?

Kurz und knapp: Ja, man kann durch Lusttröpfchen schwanger werden! Auch wenn diese klare Flüssigkeit, die in der Cowperschen Drüse gebildet wird, mit dem Ejakulat auf den ersten Blickt nichts zu tun hat, so können trotzdem geringe Mengen an Spermien vorhanden sein. Zwar gibt es immer wieder anders lautende Meinungen, insbesondere dass Lusttropfen keine Spermien enthalten und daher keine Schwangerschaft auslösen würden. Allerdings ist dies schlicht falsch und da schon ein einzelnes Spermium zur Befruchtung einer Eizelle reicht, ist es möglich (wenn auch eher unwahrscheinlich) durch Lusttröpfchen schwanger zu werden! Biologisch gesehen ist dies jedenfalls sinnvoll, da der Lusttropfen eine Schwangerschaft herbeiführen kann, auch wenn es nicht bis zum Samenerguss des Mannes kommt. Es ist daher NICHT ratsam, den Coitus Interruptus, also das vorzeitige Herausziehen des Penises aus der Scheide, als Verhütungsmethode anzuwenden!

Schwanger durch Lusttropfen am Finger – geht das?

Rein theoretisch besteht auch die Möglichkeit durch Lusttropfen am Finger schwanger zu werden. Allerdings ist dies unwahrscheinlich, da im Lusttröpfchen so wenig Spermien vorhanden sind, dass der Finger schon in die Scheide eingeführt werden muss, um eine Befruchtung zu ermöglichen. Die Chance ist in jedem Fall deutlich kleiner, als wenn der erigierte Penis eingeführt wird. Sollte es beim Vorspiel zu feuchten Fingern kommen, dann empfiehlt es sich diese mit einem Reinigungstuch abzuwischen oder mittels Tempo von Rückständen zu befreien. Auch verkehrt herum angezogene Kondome sollten nicht gedreht werden, da dabei Spermien sowohl an die Außenseite des Gummis, als auch Lusttropfen an die Finger gelangen können.

Letzte Aktualisierung am 22.10.2017 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Schwanger durch Lustropfen: Wahrscheinlichkeit und Statistik

Leider haben wir bei unserer Recherche zu diesem Artikel keine direkte Statistik gefunden, mit welcher Wahrscheinlichkeit man durch Lusttropfen schwanger wird. Wir haben daher versucht selbst eine Abschätzung zu treffen. Näherungsweise orientiert haben wir uns dabei an der Schwangerschaftsrate für den Coitus Interruptus. Die Statistik hierfür umfasst deutlich mehr Material, sodass die Wahrscheinlichkeit, um durch ein Lusttröpfchen schwanger zu werden besser angenähert werden kann. Nachfolgend unsere Abschätzung:

Ca. 2% aller Deutschen verhüten laut Statistik (1) per Coitus Interruptus, betrachtet man die Azahl der zeugungsfähigen Einwohner und geht von ca. 65 Millionen sexuell aktiven Menschen aus, dann betrifft dies die stattliche Anzahl von 1,3 Millionen Personen. Laut unserer Internetrecherche liegt die Wahrscheinlichkeit um beim Coitus Interruptus schwanger zu werden bei ca. 3-20%. Kombiniert man diese Wahrscheinlichkeit mit der ersten Coitus-Interruptus-Statistik, dann betrifft dies ca. 39.000-260.000 Personen oder auch 0,06%-0,04%.

Schwanger durch Lusttropfen

Schwanger durch Lusttropfen: Um die Wahrscheinlichkeit zu ermitteln, musste anhand des statistischen Materials zum Coitus Interruptus eine Abschätzung getroffen werden.

Das Ergebnis dieser Statistik weist darauf hin, dass eine Schwangerschaft sehr unwahrscheinlich ist. Allerdings ist diese Annahme mit einer hohen Fehleranfälligkeit behaftet und dient nur als Abschätzung für die Wahrscheinlichkeit, um durch ein Lusttröpfchen schwanger zu werden. Beispielsweise kann der Coitus Interruptus zu spät ausgeführt werden, sodass Spermien auch durch die normale Ejakulation übertragen werden. Ebenso werden weitere Arten der Übertragung, beispielsweise wenn Lusttröpfchen durch Petting in die Scheide gelangen, nicht aufgeführt.

Statistikquelle:
(1) http://de.statista.com/statistik/daten/studie/2353/umfrage/genutzte-verhuetungsmittel-und–methoden/