Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) – Was Sie über Elternzeit und Elterngeld wissen müssen

Das Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) gibt frischgebackenen Eltern die Möglichkeit, in Elternzeit mehr Zeit für ihre Kinder zu finden und gleichzeitig den Kontakt zum Beruf aufrechtzuerhalten. Zusätzlich erhalten sie während ihrer Elternzeit Unterstützung in Form von Elterngeld. Die Voraussetzung ist, dass sie ihre Kinder nach der Geburt selbst erziehen und betreuen und nicht mehr als 30 Stunden in der Woche arbeiten.

In diesem Ratgeber zum Elternzeitgesetz erfahren Sie

a.) welche Anforderungen und Rechte das Elternzeitgesetz regelt,

b.) welche Personen Anspruch auf Elterngeld haben,

c.) wie viel die Höhe des Elterngeldes beträgt und

d.) wie Sie einen Antrag auf Elternzeit und Elterngeld stellen.

Was ist das Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG)?

Das Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) ermöglicht angestellten Müttern und Vätern, eine Auszeit vom Beruf zu nehmen und gleicht fehlendes Einkommen während der Elternzeit aus. Dadurch können sie sich voll und ganz auf die Betreuung und Erziehung ihrer Kinder konzentrieren. Für die Dauer der Elternzeit bleibt ihr Arbeitsverhältnis weiterhin bestehen, ruht zu dieser Zeit jedoch. Das Elternzeitgesetz sichert den Eltern nach ihrer Elternzeit also ein Anrecht darauf, wieder in ihren Beruf zurückzukehren und zu den üblichen vertraglichen Vereinbarungen weiterzuarbeiten. Bis zu 30 Wochenstunden ist auch Arbeit in Teilzeit im Elternzeitgesetz möglich.

Wer hat laut Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) Anspruch auf Elterngeld?

Vom Elternzeitgesetz können alle Eltern Gebrauch machen. Alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Beamtinnen und Beamte, Selbstständige, Hausfrauen und Hausmänner, sowie Studierende und Auszubildende können Elternzeit und Elterngeld beantragen.

Im Allgemeinen haben Sie Anspruch auf Elterngeld, wenn Sie bestimmte Bedingungen erfüllen. Dazu gehört im Allgemeinen beispielsweise, dass Sie

a.) einen Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben,

b.) mit Ihrem Kind in einem Haushalt leben,

c.) dieses Kind selbst betreuen und erziehen und

d.) keine oder keine volle Erwerbstätigkeit ausüben.

Sollten Sie keine der oben genannten Voraussetzungen erfüllen, haben Sie laut Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) auch unter anderen Bedingungen Anspruch auf Elterngeld. Wie zum Beispiel, wenn sie nicht die leiblichen Eltern, sondern Adoptiveltern oder in Ausnahmefällen, Verwandte bis dritten Grades sind (Urgroßeltern, Großeltern, Tanten und Onkel, Geschwister).

Elternzeitgesetz

Das Elternzeitgesetz sichert frischgebackenen Eltern zu, eine Auszeit vom Beruf zu nehmen. Dadurch können sie mehr Zeit mit der Erziehung ihres Kindes verbringen und erhalten zusätzlich Unterstützung in Form von Elterngeld.

Alle ausführlichen Voraussetzungen zum Elternzeitgesetz können Sie bei der zuständigen Stelle Ihrer Landesregierung anfragen.

Die Dauer und Höhe vom Elterngeld – So viel Geld steht Ihnen in der Elternzeit zu

Das Elterngeld gleicht fehlendes Einkommen aus, wenn Sie Ihr Kind nach der Geburt selbst betreuen und dadurch Ihre berufliche Arbeit unterbrechen oder einschränken. Während die Elternzeit bis zum 3. Lebensjahr des Kindes dauert, haben Sie nur vom Tag der Geburt bis zur Vollendung des 14. Lebensmonats Ihres Kindes Anspruch auf Elterngeld. Dieses wird in Monatsbeträgen für die Lebensmonate Ihres Kindes ausgezahlt.

Laut Elternzeitgesetz wird Ihnen das Elterngeld in Höhe von 65 bis 100 Prozent des Netto-Monatseinkommens aus Ihrer Erwerbstätigkeit vor der Geburt des Kindes gewährt.

Der Höchstbetrag des Elterngeldes beträgt 1800 Euro. Hatten Sie vor der Geburt Ihres Kindes kein Einkommen aus einer Erwerbstätigkeit, wird Ihnen Elterngeld von mindestens 300 Euro gezahlt.

Seit 2011 besagt das Elternzeitgesetz nach §2 Abs. 2 Satz 2 BEEG, dass das Einkommen, welches die Höhe von 1200 Euro im Monat übersteigt, das Elterngeld stufenweise um 0,1 Prozent je 2 Euro bis zur Mindestgrenze von 65 Prozent reduziert. Die nachfolgende Elterngeld-Tabelle zeigt Ihnen ein Beispiel für die Höhe vom Elterngeld nach dem Elternzeitgesetz:

BeispielEinkommen (Netto)Berechnung des ElterngeldsHöhe vom Elterngeld am Beispiel-Einkommen
a.)0 Euro bis 300 EuroMindestbetrag (Sockelbetrag) in Höhe von 300 EuroEinkommen von 250 Euro
Höhe Elterngeld: 300 Euro
b.)300 Euro bis 1000 Euro67% + 0,1% je 2 Euro unter 1000 Euro
(max. 100 Prozent)
Einkommen von 860 Euro
Höhe Elterngeld von 74 Prozent: 636,40 Euro
c.)1000 Euro bis 1200 Euro67 ProzentEinkommen von 1180 Euro
Höhe Elterngeld von 67 Prozent: 790,60 Euro
d.)mehr als 1200 Euro67% - 0,1% je 2 Euro über 1200 Euro
(min. 65 Prozent / max 1800 Euro)
Einkommen von 1220 Euro
Höhe Elterngeld von 66 Prozent: 805,20 Euro

Nach dem Elternzeitgesetz greift zusätzlich der Geschwisterbonus, wenn beim Zeitpunkt der Antragstellung zur Elternzeit

a.) ein Geschwisterkind unter drei Jahren,

b.) zwei Kinder unter 6 Jahren oder

c.) ein Kind mit Behinderung unter 14 Jahren

ebenfalls im Haushalt leben. Der Geschwisterbonus ist ein Zuschlag von 10 Prozent des zu diesem Zeitpunkt zustehenden Betrages vom Elterngeld, mindestens jedoch 75 Euro. Der Mehrlingszuschlag wird bei Mehrlingsgeburten gewährt und beträgt zusätzliche 300 Euro je Mehrlingskind. Das bedeutet bei einer Zwillingsschwangerschaft also 300 Euro, bei Drillingen 600 Euro und so weiter 🙂 .

Elternzeitgesetz - Übersicht Bonus

Familien mit mehreren Kindern profitieren vom Geschwisterbonus. Sie erhalten einen Zuschlag von 10 Prozent des sonst zustehenden Elterngeldes, mindestens aber 75 Euro. Bei einer Mehrlingsschwangerschaft wird sogar ein Mehrlingszuschlag von 300 Euro für jedes weitere neugeborene Kind gezahlt!

Elternzeitgesetz – Wie stelle ich einen Antrag auf Elternzeit und Elterngeld?

Laut Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) muss ein Antrag auf Elternzeit spätestens 7 Wochen vor Beginn der Elternzeit beim Arbeitgeber vorliegen. Als Mutter können Sie die Elternzeit nach Ablauf Ihrer achtwöchigen Mutterschutzfrist antreten. Mütter müssen ihren Antrag spätestens eine Woche nach der Geburt ihres Kindes bei ihrem Arbeitgeber einreichen.

Wie ein Antrag auf Elternzeit aussehen sollte, erfahren Sie in unserem zusätzlichen Ratgeber zum Musterantrag zur Elternzeit. Dort finden Sie außerdem einen praktischen Musterantrag zur Elternzeit [DOC] als Word-Dokument zum kostenlosen Download.

Elterngeld hingegen können Eltern erst dann beantragen, sobald ihr Nachwuchs auf der Welt ist. Da dieser Zuschuss, ausgehend vom Tag der Antragstellung, nur für die letzten drei Lebensmonate  des Kindes rückwirkend geleistet wird, sollten sich Eltern frühzeitig darum kümmern. Der Antrag auf Elterngeld muss bei der Elterngeldstelle der jeweiligen Landesregierung in schriftlicher Form gestellt werden.

Dieser Beitrag ist Teil unserer Serie zum Thema Beruf & Recht. Überblick aller Themen:

  1. Arbeitsverbot
  2. Behördengänge nach Geburt
  3. Elterngeldantrag
  4. Elternzeit (Väter)
  5. Elternzeitgesetz
  6. Kindergeldtabelle
  7. Kinderpatenschaft
  8. Musterantrag Elternzeit
  9. Mutterschaftsgeld
  10. Scheidungskinder
  11. Schwanger in Probezeit
  12. Seriöse Heimarbeit für Mütter
  13. Sonderurlaub
  14. Vaterschaftsanerkennung




Letzte Aktualisierung am 29.09.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API