Zweieiige Zwillinge: Entwicklung, Chancen & Risiken

Zweieiige Zwillinge entstehen aus der Befruchtung zweier verschiedener Eizellen, die aus einem oder beiden Eierstöcken stammen können. Daher haben sie immer eine eigene Plazenta und Fruchthöhle. Zweieiige Zwillinge können verschiedenen Geschlechtes sein, unterscheiden sich aber insbesondere in ihren Erbanlagen.

Zweieiige Zwillinge – Chancen, Wahrscheinlichkeit & Risiko

Die Wahrscheinlichkeit zweieiige Zwillinge zu bekommen, ist höher als die für eineiige Zwillinge. Grund dafür ist, dass immer mehr Paare mit unerfülltem Kinderwunsch Hormonbehandlungen, eine In-vitro-Fertilisation (IVF) oder eine Heterologe Insemination beanspruchen. Durch die Fruchtbarkeitsbehandlungen werden die Eierstöcke stimuliert, sodass mehrere Eizellen zur selben Zeit reifen. Im Durchschnitt bekommen 25 Prozent der Frauen die Hormone nehmen Zwillinge. Ein Drittel aller Zwillinge sind eineiig, was bedeutet, dass sich eine Eizelle nach der Befruchtung teilt und die Gene jeweils identisch sind. Zwei Drittel sind zweieiige Zwillinge, die aus der Befruchtung zweier Eizellen entstehen. Gab es in der Familie bereits Zwillinge, sind die Chancen für eine Zwillingsschwangerschaft größer, da die Neigung für eine Mehrlingsschwangerschaft mütterlicherseits vererbt werden kann. Zudem sind die Chancen für zweieiige Zwillinge ab dem Alter von 30 Jahren am höchsten. Je älter eine Frau ist, desto mehr Eisprung auslösende Hormone produziert ihr Körper, sodass die Eierstöcke gleich mehrere Eizellen freigeben können. Ein Tipp um die Fruchtbarkeit zu steigern, ist der Genuss von Frauenmanteltee.

Eine Mehrlingsschwangerschaft kann von Nebenwirkungen und Risiken begleitet werden, wie z.B. verstärkte frühe Schwangerschaftsanzeichen, frühzeitige Wehen oder eine Frühgeburt, weshalb für Mütter mit mehr als zwei Kindern ab der 25. SSW ein Arbeitsverbot in der Schwangerschaft gilt (siehe auch Artikel „Mutterschutz bei Zwillingen„).

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Zweieiige Zwillinge – Entwicklung

Zweieiige Zwillinge wachsen jeweils aus einem anderen befruchteten Ei (Zygote) heran. Im Nachfolgenden werden die Entwicklungsschübe der zweieiige Zwillinge in den Schwangerschaftswochen betrachtet.

3. bis 4. SSW: Blastozyste, Embryo, Organe & Körperteile
Jedes Ei hat sich zu einer eigenen Kugel aus Zellen (Blastozyste) entwickelt, die sich im Unterleib der Mutter eingenistet hat. In der vierten Schwangerschaftswoche sind die Zwillinge zu Embryonen entwickelt, deren Organe und Körperteile sich später bilden.

5. und 6. SSW: Plazenta & Fruchtblase
Jeder Zwilling hat seine eigene Plazenta und Fruchtblase. Das Herz beginnt ab der sechsten Schwangerschaftswoche zu schlagen.

8. SSW: Arme, Beine & Nervensystem
In der 8. SSW haben sich bewegliche Arme und Beine entwickelt und die Nervenzellen im Gehirn beginnen sich zu vernetzen und zu verbinden.

Zweieiige Zwillinge

Zweieiige Zwillinge entwickeln sich aus zwei befruchteten Eizellen.

12. bis 16. SSW: Hände, Augen & Zähne
Die Zwillinge strecken sich und treten um sich, Fingernägel wachsen, Augenlider entwickeln sich und die ersten Zahnknospen enstehen im Mund. Ab der 16. SSW lässt sich das Geschlecht im Ultraschall bestimmen.

20. bis 28. SSW: Gehör, Haare, Haut & Zähne
Die Zwillinge können nun hören, der Haaransatz wird sichtbar, die Augenbrauen wachsen, die Zahnknospen für die Zähne sind fertig und die Haut wird rot und schrumpelig. Ab der 28. SSW können die Zwillinge die Augen öffnen und am Daumen lutschen.

32. bis 34. SSW: Entwicklung beendet & Vorbereitung auf die Geburt
Die Zwillinge haben alle Organe und Gliedmaßen entwickelt und die Lunge ist voll ausgebildet. Die Zwillinge sind bereit für die Geburt.

36. bis 40. SSW: Die Geburt
Viele zweieiige Zwillinge kommen in der 36. SSW bis 40. SSW zur Welt. Im Durchschnitt wiegen sie 2,8 Kilogramm.