Zuckertest in der Schwangerschaft – Ablauf & Behandlung

Ein Zuckertest in der Schwangerschaft hilft Schwangerschaftsdiabetes zu erkennen. Schwangerschaftsdiabetes kann das Risiko für Komplikationen bei der Geburt erhöhen, ist aber in der Regel durch eine Ernährungsumstellung und ausreichend Bewegung in den Griff zu bekommen. Um den Blutzuckerspiegel im Auge zu behalten empfiehlt es sich, einen Zuckertest in der Schwangerschaft durchzuführen.

Zuckertest in der Schwangerschaft: Durchführung, Funktionsweise, Risiken und Kosten

Der Zuckertest in der Schwangerschaft ist eine Methode, um die Reaktion des Körpers auf Traubenzucker zu messen und wird ab dem 6. oder 7. Schwangerschaftsmonat (23. SSW bis 28. SSW) empfohlen. Frauen mit einem erhöhten Risiko für Schwangerschaftsdiabetes sollten zwischen der 32. und 34. SSW einen wiederholten Zuckertest in der Schwangerschaft durchführen. Der Zuckertest in der Schwangerschaft teilt sich in einen vorsorglichen Zuckertest (Vortest) und einen gegebenenfalls fälligen erweiterten Zuckertest (Haupttest) auf. Beim Vortest darf die Frau nüchtern beim Arzt erscheinen und muss ein Glas Wasser trinken, in das 50 Gramm Zucker aufgelöst wurden. Nach einer Stunde wird Blut abgenommen und die Höhe des Blutzuckers bestimmt. Liegt der Wert unter 7,5 mmol/l (Millimol) pro Liter bzw. 135 mg/dl ist das Ergebnis unauffällig und der Zuckertest beendet.

Zuckertest in der Schwangerschaft

Ein Zuckertest in der Schwangerschaft hilft Schwangerschaftsdiabetes zu erkennen.

Wird im vorsorglichen Zuckertest in der Schwangerschaft ein erhöhter Wert erkannt, muss die Frau einen erweiterten Zuckertest machen, zu dem sie nüchtern erscheinen muss. Zu Beginn muss Blut abgenommen werden und anschließend eine Zuckerlösung mit 75 Gramm Glukose getrunken werden. Jeweils nach einer und nach zwei Stunden wird erneut Blut abgenommen (dieses Mal Kapillarblut aus der Fingerkuppe) und die Blutzuckerwerte binnen einer Woche im Labor bestimmt. Schwangerschaftsdiabetes wird diagnostiziert, wenn einer der drei Blutzuckerwerte erreicht oder überschritten wird:

  • nüchtern: 5,1 mmol/l (92 mg/dl)
  • nach 1 Std.: 10,0 mmol/l (180 mg/dl)
  • nach 2 Std.: 8,5 mmol/l (153 mg/l)

Die Ergebnisse des Zuckertest wird im Mutterpass dokumentiert und die Kosten  von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Diagnose und Behandlung von Schwangerschaftsdiabetes

Ein Zuckertest in der Schwangerschaft hilft Schwangerschaftsdiabetes anhand erhöhter Blutzuckerwerte zu diagnostizieren. Erhöhte Blutzuckerwerte in der Schwangerschaft sind nichts Ungewöhnliches und lassen sich einfach mit einem Zuckertest messen. Im Laufe der Schwangerschaft verändert sich der Stoffwechsel der Frau, sodass Zucker nach jeder Mahlzeit nur langsam aus dem Blut in die Körperzellen aufgenommen wird. In der Regel normalisiert sich der Blutzuckerspiegel nach der Schwangerschaft wieder von selbst, daher spricht man bei Schwangerschaftsdiabetes nicht von der chronischen Erkrankung Diabetes mellitus.

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Der erhöhte Blutzuckerspiegel kann mit einem Schwangerschaftsdiabetes Ernährungsplan und ausreichend Bewegung gesenkt werden. Es empfiehlt sich bei der Ernährung darauf zu achten, „verbotene Lebensmittel in der Schwangerschaft“ zu meiden. Medikamente bei Diabetes sind für Schwangere nicht erlaubt. Es empfiehlt sich nach der Geburt einen erneuten Zuckertest durchzuführen, um sicher zu sein, dass sich die Blutzuckerwerte wieder normalisiert haben.

Mögliche Folgen für Mutter und Kind

Kinder von Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes sind bei der Geburt meist etwas schwerer. Bei Austritt des Kopfes von größeren Kindern kann es zu einer Verzögerung der Geburt kommen, die Mutter und Kind verletzen kann, falls eine „Schulterdystokie“ vorliegt (Schulter des Kindes bleibt im Becken der Mutter hängen). Diese Verletzungen hinterlassen zwar meist keine bleibenden Folgen, allerdings sind Schulterdystokien seltener, wenn Schwangerschaftsdiabetes behandelt wird.

Bei Schwangerschaftsdiabetes steigt desweiteren das Risiko der Präeklampsie. Diese Schwangerschaftserkrankung geht mit einer erhöhten Eiweißausscheidung im Urin einher, die zu erhöhtem Blutdruck und vermehrten Wassereinlagerungen führen kann. Aus diesem Grund sollte in der Schwangerschaft ein Zuckertest durchgeführt werden.