Verhütungsmethoden ganz ohne Arztbesuch

Jetzt mal Hand aufs Herz: Vor einer Schwangerschaft sind es der Job, das Privatleben oder die Hobbys, die einem die Zeit rauben und es manchmal sogar unmöglich machen, rechtzeitig einen Termin beim Gynäkologen auszumachen, um über Verhütungsmethoden zu sprechen. Nach der Schwangerschaft ist es der Nachwuchs, der einen die Zeit vergessen lässt, bis die Pille aufgebracht ist und ein neues Rezept benötigt wird. Ein Tipp, der den Rezept-Run etwas entschleunigen soll und alternative Verhütungsmethoden, die keinen dringenden Arztbesuch benötigen, werden in diesem Beitrag vorgestellt.


Variante 1: Die Pille ohne Rezept online bestellen

Wer bereits auf ein bestimmtes Präparat zur Verhütung eingestellt ist und sich lediglich in einer der eingangs genannten Situationen wiederfindet, für den kann es eine wahrlich hilfreiche Option sein, die Pille ohne Rezept zu bestellen. Wer sich dabei um die Legalität dieses Verfahrens sorgt, der kann beruhigt sein, denn: Es ist mittlerweile möglich, auf legalem Wege die Pille online zu bestellen – und das ganz ohne Arztbesuch. Ausgefüllt werden muss lediglich ein kurzer Fragebogen, der das Arztgespräch umgehen soll.

Der Pearl-Index, also das Risiko trotz Einnahme der Pille schwanger zu werden, liegt zwischen 0,1 und 4 je nach Art der Pille. Das bedeutet ausformuliert, dass das Risiko, schwanger zu werden, zwischen einer von 1000 und vier von 100 Frauen liegt.

Zum Vergleich von Verhütungsmethoden hat ProFamilia diese Pearl-Indizes ausgewiesen:

  • Basaltemperaturmethode: 0,8 – 3
  • Chemische Verhütungsmittel: 3 – 21
  • Depotspritze: 0,3 – 0,88
  • Diaphragma: 1 – 20
  • Hormonimplantat: 0 – 0,08
  • Hormonspirale: 0,16
  • Kalendermethode: 9
  • Kondom für die Frau: 5 – 25
  • Kondom: 2 – 12
  • Kupferspirale: 0,3 – 0,8
  • Sterilisation der Frau: 0,2 – 0,3
  • Sterilisation des Mannes: 0,1
  • Vaginalring: 0,4 – 0,65
  • Verhütungspflaster: 0,72 – 0,9
Verhütung ohne Arztbesuch

Um einer ungewollten Schwangerschaft vorzubeugen, gibt es neben hormonellen Präparaten auch natürliche Verhütungsmethoden.

Variante 2: Natürliche Verhütungsmethoden

Die von ProFamilia ausgewiesene Aufstellung beinhaltet bereits einige davon. Die Rede ist von natürlichen Verhütungsmethoden, die nicht durch einen Arzt verschrieben werden und dadurch den Gang zur Sprechstunde wegen Verhütungsthemen überflüssig machen. Ein Ratgeber von gofeminin bringt den Unterschied zur hormonellen Verhütung auf den Punkt:

Natürliche Verhütungsmethoden sind vor allem deswegen unsicherer als die Einnahme von Hormonpräparaten, da sie leicht durch unregelmäßige Lebensgewohnheiten wie Schichtdienst oder wenig Schlaf, aber auch Alkohol- und Medikamenteneinnahme sowie diverse Erkrankungen mit Fieber beeinflusst werden können.

Besonders häufig angewendet werden diese fünf natürlichen Verhütungsmethoden:

Hormonmessung

Mit Hilfe eines kleinen Computers wird die Hormonmessung durchgeführt. Zugrunde liegt hier die Tatsache, dass das LH-Hormon den Eisprung auslöst und der Östrogengehalt in dieser Zeit ebenfalls steigt. Abzulesen ist das am morgendlichen Urin. Der Teststreifen wird ins Gerät gegeben und schon zeigt das Gerät via Ampel-System, ob das Risiko gegeben ist, schwanger zu werden.

Kalendermethode

Nur wer einen Zyklus ohne jegliche Schwankungen hat, für den eignet sich die Verhütung via Kalendermethode. Dabei werden manuell die Zyklustage notiert. Geht man von einem 28-tägigen Zyklus aus, liegen die fruchtbaren Tage zwischen dem 12. und dem 18. Tag.

Scheidensekret als Indikator

Die sogenannte Billings-Methode stellt den Zervixschleim in den Fokus. Dieser Verhütungsmethode liegt die Tatsache zugrunde, dass das Scheidensekret während des Eisprungs klarer, dünnflüssiger und damit auch durchlässiger wird. Zäher Schleim ist indes ein Zeichen dafür, dass es auch Spermien schwer haben werden, durchzukommen.

Verhütung mit Coitus Interruptus

Der „unterbrochene Geschlechtsverkehr“ ist mit Abstand die unsicherste Variante aller natürlichen Verhütungsmethoden. Der Pearl-Index liegt hier zwischen vier und 18. Wer nicht schwanger werden möchte, sollte sich demnach nicht auf diese Methode verlassen.

Verhütung per Thermometer

Damit wird die Basaltemperaturmethode beschrieben, die die ProFamilia-Liste anführt. Technische Entwicklungen haben diese Art der natürlichen Verhütung mittlerweile leichter gemacht. Während einst noch manuell die Temperatur gemessen und in eine Tabelle eingetragen wurde, gibt es heute kleine Computer, die messen und dokumentieren. Steigt die Temperatur um ein halbes Grad, steht der Eisprung der Frau bevor – und es sollte beispielsweise mit einem Kondom verhütet werden. Die Verhütungsmethoden per Thermometer funktionieren nur, wenn morgens immer zur selben Zeit die Temperatur gemessen wird und die Nächte mindestens sechs Stunden Schlaf umfassen.

Fazit: Alternative Verhütungsmethoden ersetzen nicht den Gesundheitscheck beim Arzt

Sicherlich gibt es Optionen, die den regelmäßigen Rezept-Apotheken-Lauf etwas entspannter gestalten. Ärzte jedoch warnen davor, deswegen auch auf regelmäßige Untersuchungen zu verzichten. Die Krebsgesellschaft weist daraufhin, dass zwei der wohl häufigsten Krebsarten bei Frauen durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen erkannt werden können. Dabei handelt es sich um Gebärmutterhalskrebs und Brustkrebs.

So lautet die Empfehlung: „Frauen ab 20 sollten sich einmal jährlich beim Gynäkologen zur Untersuchung vorstellen, um Anzeichen von Gebärmutterhalskrebs zu erkennen. Ab dem 30. Lebensjahr wird empfohlen, zusätzlich auch die Brust untersuchen zu lassen. Vom 50. bis 70. Lebensjahr gehört zum gynäkologischen Früherkennungsprogramm eine Mammografie, die alle zwei Jahre empfohlen wird.