Singuläre Nabelschnurarterie – Diagnose, Risiko & Therapie

Eine singuläre Nabelschnurarterie wird auch als SUA („single umbilical artery“) bzw. singuläre Umbilikalarterie bezeichnet und beschreibt eine Anomalie, bei der nur eine Arterie anstatt zwei in der Nabelschnur vorhanden ist. Eine singuläre Nabelschnurarterie wird als sogenannter „Softmarker“ (Hinweiszeichen) betrachtet, der im schlimmsten Fall auf mögliche Fehlbildungen oder genetische bzw. syndromale Erkrankungen beim Kind hinweisen kann.

Singuläre Nabelschnurarterie – Anzeichen und Ursachen

Eine singuläre Nabelschnurarterie tritt bei etwa 1% aller normalen Schwangerschaften auf und kann im B-Bild oder bei der farbkodierten Dopplersonographie erkannt werden. Bei der Diagnose ist entweder ein Fehlen der linken oder der rechten Nabelschnurarterie zu erkennen, wobei die linke Arterie häufiger fehlt, als die rechte. Eine singuläre Umbilikalarterie (SUA) kann als Ursache beispielsweise eine primäre Agenesie, also das genetisch bedingte Fehlen einer Arterie, haben. Die Folgen einer singulären Umbilikalarterie können Fehlbildungen, genetische oder syndromale Erkrankungen bei den betroffenen Kindern sein. Schwerwiegendere Folgen wie z.B. Entwicklungsstörungen, eine Frühgeburt oder eine Totgeburt, können allerdings nicht ausgeschlossen werden. Die Anzeichen können mittels farbkodierter Dopplersonographie erkannt werden. Mithilfe der Darstellung der Blutflüsse der Nabelschnurgefäße bei der Dopplersonographie können neben dem Nachweis der normalen Anatomie (die Darstellung beider Arterien, die sich links und rechts der fetalen Blase befinden) auch die Flusswiderstandsmessungen aller Nabelschnurgefäße durchgeführt werden. Sobald die Diagnose „singuläre Nabelschnurarterie“ gestellt wird, muss ein detailliertes Organ-Screening des Kindes durchgeführt werden, um mögliche Fehlbildungen ausschließen zu können. Eine singuläre Umbilikalarterie betrifft vermehrt das fetale Herz und das Urogenitalsystem, weshalb insbesondere sie genau untersucht werden müssen.

Singuläre Nabelschnurarterie

Die Diagnose „Singuläre Nabelschnurarterie“ bezeichnet eine Anomalie, bei der nur eine Arterie in der Nabelschnur vorkommt und Entwicklungsstörungen, Frühgeburtlichkeit oder Totgeburt des Kindes verursachen kann.

Singuläre Nabelschnurarterie – Risiko

Eine singuläre Umbilikalarterie (SUA) kann neben Fehlbildungen in den Organen vermehrt eine intrauterine Wachstumsretardierung (vorgeburtliche Entwicklungsstörung), Frühgeburtlichkeit oder eine perinatale Mortalität (Totgeburt) beim Kind verursachen. Weitere Komplikationen einer singulären Umbilikalarterie können sein:

  • Herzfehler
  • Trisomie 9
  • Pätau-Syndrom (Trisomie 13)
  • Edwards-Syndrom (Trisomie 18)
  • selten: Pallister-Killian-Syndrom (Tetrasomie 12p Mosaik)

Die singuläre Nabelschnurarterie kann bei mütterlichen Erkrankungen wie z.B. Diabetes mellitus, Epilepsie, arterieller Hypertonie oder bei zu hoher Fruchtwassermenge auftreten. Häufig wird eine singuläre Nabelschnurarterie auch bei einer Zwillingsschwangerschaft/ Mehrlingsschwangerschaft (z.B. mit eineiigen Zwillingen oder zweieiigen Zwillingen) erkannt. Eine singuläre Nabelschnurarterie ist zunächst kein Grund zur Sorge, sondern lediglich eine Auffälligkeit die unter Beobachtung stehen muss. Da für das Kind die Möglichkeit besteht, im späteren Schwangerschaftsverlauf Probleme mit dem Wachstum zu bekommen, ist es sinnvoll das Wachstum genauer zu überwachen. Nur in seltenen Fällen können genetische und syndromale Erkrankungen oder Fehlbildungen auftreten.

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Weiterhin sollte ein Folsäuremangel in der Schwangerschaft gemieden werden werden, um zusätzlichen Fehlbildungen wie z.B. einem Neuralrohrdefekt vorzubeugen. Dazu können nach Absprache mit dem Arzt Folsäurepräparate und Schwangerschaftsvitamine genommen werden.

Therapie und nächste Vorgehensweise

Eine singuläre Nabelschnurarterie bedarf aufgrund des erhöhten Risikos einer vorgeburtlichen Entwicklungsstörung, einer Frühgeburt oder Totgeburt, eine regelmäßige Überwachung durch den Arzt. Selbst wenn die Schwangerschaft ansonsten keine weiteren Auffälligkeiten zeigt, sollte eine Untersuchung mittels Dopplersonographie im Abstand von zwei bis vier Wochen erfolgen. Beim Organscreening sollten vor allem das fetale Herz, der Urogenitaltrakt und der Bewegungsapparat untersucht werden. Eine vaginale Geburt kann bei einer unauffälligen Schwangerschaft normal angestrebt werden. Häufig kommt es bei Kindern mit SUA häufiger zu geplanten Kaiserschnitten, weshalb die nächste Vorgehensweise insbesondere ab der 38. SSW mit dem Arzt besprochen werden sollte. Eine singuläre Umbilikalarterie lässt sich nicht beeinflussen bzw. verhindern, dennoch sollte während der Schwangerschaft auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung geachtet, verbotene Lebensmittel in der Schwangerschaft gemieden und gegebenenfalls ein Schwangerschaftsdiabetes Ernährungsplan geführt werden.