Schwanger trotz Sterilisation – Ursachen, Haftung & Refertilisierung

Ungewollt schwanger trotz Sterilisation zu werden betrifft viele sterilisierte Frauen, die ihre Familienplanung eigentlich abgeschlossen oder keinen Kinderwunsch haben. Im Mittel werden ein bis zwei Frauen von 1000 ungewollt schwanger. Im Gegensatz dazu, bereuen andere Frauen die Sterilisation und hoffen durch eine Refertilisierung wieder schwanger trotz Sterilisation werden zu können.

Schwanger trotz Sterilisation: Wahrscheinlichkeit, Ursachen, Haftung & Refertilisierung

Ein bis zwei von 1000 Frauen werden trotz eines Pearl-Index von 0,2 bis 0,3 schwanger trotz Sterilisation. Dabei handelt es sich meist um eine Eileiterschwangerschaft oder eine Bauchhöhlenschwangerschaft, die ernsthafte Komplikationen mit sich bringen können. Die Wahrscheinlichkeit, schwanger trotz Sterilisation zu werden ist insgesamt aber gering. Es gibt verschiedene Ursachen, warum Frauen schwanger trotz Sterilisation werden (z.B. hat ein Arzt die Operation nicht sauber durchgeführt). Nach einem Verschluss der Eileiter mit einem Clip ist die Wahrscheinlichkeit trotz Sterilisation schwanger zu werden höher, als nach einer Verödung der Eileiter, da sich Eierstock und Gebärmutter über neue Wege miteinander verbinden können (Rekanalisation). Das Risiko nach einer Sterilisation schwanger zu werden ist bei jüngeren Frauen statistisch gesehen höher, als bei älteren Frauen. Da man nach einer Sterilisation normalerweise nicht davon ausgeht, schwanger trotz Sterilisation werden zu können, kommen wiederholt Fragen zur Haftung auf, wenn eine Frau schwanger trotz Sterilisation geworden ist und sie sich ein Kind finanziell nicht leisten kann oder will. Das Oberlandesgericht Hamm hat im Juni 2014 mit dem Urteil 26 U 112/13 festgelegt, dass Arzt und Klinik nicht dafür haften müssen, wenn eine Frau trotz Sterilisation schwanger wird.

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Viele Frauen bereuen später ihre Entscheidung und wünschen sich letztendlich doch, wieder schwanger trotz Sterilisation werden zu können. Daher bauen sie  auf eine erfolgreiche Refertilisierung, um wieder schwanger zu werden. Der häufigste Grund für eine Refertilisierung ist oft eine Veränderung der persönlichen Lebensverhältnisse z.B. wenn eine Frau einen neuen Partner kennenlernt, mit dem sie sich ein Kind vorstellen kann oder wenn sie ein Kind verliert. Weitere Gründe für eine Refertilisierung, sind mögliche Folgen, die nach der Operation entstanden.

Schwanger trotz Sterilisation

Nicht selten wünschen sich Frauen, schwanger trotz Sterilisation zu werden. Allerdings lässt sich eine Refertilisierung nicht problemlos durchführen. Daher sollte der Eingriff gut bedacht sein.

Einige Frauen, die trotz Sterilisation schwanger werden möchten, denken über Refertilisierung der Frau nach. Diese kann die Fruchtbarkeit wiederherstellen und die Eileiter in den Ursprungszustand zurückversetzen. Bei der Refertilisierung werden die verödeten Eileiter-Enden wieder geöffnet und durchgängig gemacht. Die Erfolgschance nimmt mit zunehmendem Alter der Frau ab und hängt von der Fruchtbarkeit der Spermien ihres Partners ab (bei Unsicherheit empfiehlt sich ein Fruchtbarkeitstest für den Mann).

Refertilisierung der Frau – Ablauf, Kosten & Risiken

Die Refertilisierung der Frau bedarf einer Operation unter Vollnarkose, die mit Risiken verbunden ist. Auch ist das Risiko einer Eileiterschwangerschaft nach einer Refertilisierung deutlich höher. Im Durchschnitt schwankt die Erfolgsquote der Refertilisierung zwischen 30 und 70 Prozent. Der Eingriff wird 2 Tage nach der letzten Menstruation durchgeführt und dauert ein bis drei Stunden. Die Refertilisierung ist über einen Schnitt in die Bauchdecke (mikrochirurgisches Verfahren) oder eine Bauchspiegelung (laparoskopishes Verfahren) möglich. Bei beiden Methoden werden zunächst die vernarbten Enden der Eileiter entfernt und anschließend vernäht. Im Anschluss ist ein Klinikaufenthalt über zwei Tage notwendig. Je nach Methode betragen die Kosten für eine Refertilisierung zwischen 2000 und 4500 Euro, die Beratungsgespräch, Narkose, Krankenhausaufenthalt und die medizinische Nachsorge beinhalten. Diese Kosten für eine Refertilisierung werden von der Krankenkasse nur unter bestimmten Bedingungen übernommen, z.B. wenn die Sterilisation damals aus medizinischer Notwendigkeit durchgeführt wurde.