Risikoschwangerschaft – Anzeichen, Ursachen & Risiko

Eine Risikoschwangerschaft bezeichnet eine Schwangerschaft, bei der die Gefahr besteht, dass es während der Schwangerschaft oder bei der Geburt zu Komplikationen kommen kann. Diese können beispielsweise bei einer Zwillingsschwangerschaft/ Mehrlingsschwangerschaft (mit eineiigen Zwillingen oder zweieiigen Zwillingen), in einem bestimmten Alter, bei chronischen Krankheiten oder bei einer Steißlage des Babys auftreten und das Risiko für eine kindliche Störung erhöhen. Schwangere, bei denen eine Risikoschwangerschaft diagnostiziert wurde, werden von Ärzten besonders intensiver überwacht.

Was ist eine Risikoschwangerschaft und was zahlt die Krankenkasse?

Etwa 20 Prozent der Schwangerschaften werden als Risikoschwangerschaft eingestuft. Diese Einstufung bedeutet allerdings nicht zwangsläufig, dass es im Schwangerschaftsverlauf zu Komplikationen kommen muss, sondern weist darauf hin, dass Ursachen entdeckt worden sind, die eine intensivere Überwachung benötigen. Die Krankenkasse kommt in der Regel für die drei Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft auf, unter anderem um Risikoschwangerschaften und Risikogeburten frühzeitig zu erkennen. Sollte eine Risikoschwangerschaft vorliegen, werden die Kosten für weiterführende notwendige Untersuchungen übernommen (z.B. Fruchtwasseruntersuchung, Kardiotokographie (CTG) oder weitere Ultraschalluntersuchungen). Diesen zusätzlichen Untersuchungen muss die Schwangere durch den Arzt allerdings ausdrücklich zustimmen, nachdem ein ausführliches Aufklärungsgespräch über Sinn und Zweck der Untersuchung erfolgt ist. Aufgrund der heutigen therapeutischen und diagnostischen Möglichkeiten können inzwischen viele chronisch kranke Frauen ihren Kinderwunsch erfüllen.

Risikoschwangerschaft

Eine Risikoschwangerschaft kann Komplikationen im Schwangerschaftsablauf verursachen und bedarf daher intensiverer Beaufsichtigung und Untersuchungen durch den Frauenarzt.

Risikoschwangerschaft – Anzeichen und Ursachen

Eine Risikoschwangerschaft kann man an verschiedenen Anzeichen erkennen, wie z.B. an Erkrankungen der Nieren und der Leber oder an starkem Übergewicht. Sind die Blutdruckwerte höher als 140/90 mmHg oder liegt die Eiweiß-Ausscheidung in 24 Stunden bei einem Gramm oder höher, so liegt vermutlich eine EPH-Gestose vor (Präeklampsie). Die Schwangere lagert bei einer Schwangerschaftsvergiftung Wasser ein und nimmt insbesondere im letzten Schwangerschaftsdrittel (ca. 27. SSW bis 28. SSW) mehr als 500 Gramm pro Woche zu, was für die Mutter und ihr Baby lebensbedrohliche Folgen haben kann.  Eine EPH-Gestose stellt daher ein Kriterium für eine Einstufung dar und sollte rechtzeitig erkannt werden, um entsprechende Gegenmaßnahmen treffen zu können. Die Ursachen von Risikoschwangerschaften können sich individuell unterscheiden und reichen von mütterlichen Vorerkrankungen bis hin zu Problemen, die bei vorherigen  Schwangerschaften aufgetreten sind oder zu Komplikationen, die durch den Schwangerschaftsablauf bedingt sind (z.B. Mehrlingsschwangerschaft). Die häufigsten chronischen Krankheiten die zu einer riskanten Schwangerschaft führen können sind die Zuckerkrankheit, Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z.B. Herzfehler oder Bluthochdruck), Nierenerkrankungen oder Schilddrüsenerkrankungen. Allerdings stellen Drogenabhängigkeit und chronische Infektionen wie HIV oder Hepatitis ebenfalls ein Risiko dar.  Betroffene Frauen mit Kinderwunsch müssen daher vor einer geplanten Schwangerschaft ausführlich mit ihrem Frauenarzt darüber sprechen, um Risiken abzuwägen und gegebenenfalls ein Therapiekonzept für die Zeit um und während der Schwangerschaft zu erstellen.

Um sich während einer als riskant eingestuften Schwangerschaft richtig zu verhalten, sollten sie sich mit dem Arbeitsverbot in der Schwangerschaft, verbotenen Lebensmitteln in der Schwangerschaft, sowie einem Schwangerschaftsdiabetes-Ernährungsplan befassen.

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Risiken und Kriterien für die Einstufung einer Risikoschwangerschaft

Um eine Risikoschwangerschaft zu erkennen, werden wichtige Kriterien für die Diagnose untersucht, zu denen nachfolgende Punkte zählen:

  • Hatte die Schwangere bereits eine Fehlgeburt, Frühgeburt oder Totgeburt?
  • Leidet die Schwangere unter der Zuckerkrankheit?
  • Liegen Krankheiten des Herzens, Kreislaufs oder der Nieren vor?
  • Ist die Schwangere an einer Schwangerschaftsvergiftung erkrankt?
  • Besteht eine Mehrlingsschwangerschaft?
  • Liegt eine Rhesus-Unverträglichkeit vor?
  • Liegt das Kind in Quer- oder Steißlage?
  • Hatte die Schwangere bereits einen geplanten Kaiserschnitt?
  • Ist die Schwangere unter 18 oder über 35 Jahre alt?