Omphalozele (Nabelschnurbruch) – Symptome & Risiko

Eine Omphalozele (Nabelschnurbruch) bezeichnet eine Entwicklungsstörung beim Ungeborenen, bei der es zu Fehlbildungen der Bauchdecke kommt. Die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten dieser Fehlentwicklung liegt bei etwa einem von 5000 neugeborenen Babys. Eine Omphalozele (Nabelschnurbruch) kann das Risiko einer Infektion der Bauchdecke und des Dünndarms erhöhen und muss daher nach der Geburt operiert werden.

Omphalozele (Nabelschnurbruch) – Entwicklung & Symptome

Eine Omphalozele (Nabelschnurbruch) ist Teil jeder Schwangerschaft und besteht etwa zwischen der 4. SSW und 10.SSW bei der Entwicklung des Kindes. Diese Entwicklung ist normal, solange danach eine ordnungsgemäße Rückbildung stattfindet. Sollte eine Rückbildung nicht vollständig erfolgen, wird dies als krankhafter Befund betrachtet, der bis zur Geburt bestehen bleibt. Eine Omphalozele ist nicht genetisch bedingt (kann also nicht vererbt werden), allerdings tritt sie häufiger bei Chromosomenstörungen wie bei Trisomie 21, auch bekannt als das Down-Syndrom, auf. Bei der Geburt äußert sich die Fehlbildung anhand offensichtlicher Veränderungen an der Bauchdecke des Kindes. Der Bruchsack, der nach außen hin sichtbar wird, kann entweder nur klein ausfallen oder gar die Größe des Kopfes des Kindes annehmen. Die Symptome der Omphalozele lassen sich ab Ende des ersten Schwangerschaftsdrittels während der Schwangerschaftsuntersuchungen im Ultraschall erkennen.

Omphalozele Nabelschnurbruch

Eine Omphalozele (Nabelschnurbruch) bezeichnet eine Entwicklungsstörung, bei der es zu Fehlbildungen der Bauchdecke des Kindes kommt.

Omphalozele (Nabelschnurbruch) – Risiko

Bei einer Omphalozele verschließt sich die Bauchdecke des Kindes nicht mehr vollständig, sodass es zu einem Vorfall der Eingeweide kommen kann. Meist sind Teile des Dünndarms und die Leber betroffen. Durch den Nabelschnurbruch dringen die Organe nach außen in den sogenannten Bruchsack, der außerhalb der Bauchhöhle liegt. Im Nabelschnurbruch sind unterschiedliche Anteile der inneren Organe (Darm, Magen, Leber), Bauchfell und Strukturen der Nabelschnur enthalten. Bleibt der Bruch geschlossen, können Komplikationen wie z.B. ein Darmverschluss auftreten. Ist der Bruchsack der Omphalozele gerissen und die Organe liegen nach außen hin offen, ist das Risiko für eine Infektion erhöht. Diese kann neben einer Bauchfellentzündung auch in eine Blutvergiftung münden. Die Entwicklungsstörung kann mit weiteren Fehlbildungen des Kindes einhergehen, wie beispielsweise Herz- und Gefäßfehlbildungen oder Blasenekstrophie (wenn die Harnblase nach außen offen liegt). Bei einem Nabelschnurbruch ist die Prognose abhängig vom Grad der Ausprägung, weiteren Fehlbildungen und dem Gewicht des Kindes bei der Geburt.

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Therapie und Behandlung

Bei der Omphalozele (Nabelschnurbruch) wird häufig eine frühe Geburt angestrebt, um schwerwiegende Komplikationen zu umgehen. Dazu wird meist ein geplanter Kaiserschnitt durchgeführt. Direkt nach der Geburt des Kindes bekommt es eine Magensonde und einen Zugang über die Vene, um mit ausreichend Nährstoffen und Flüssigkeit versorgt zu werden. Zudem muss der Bruchsack mit einem Kunststoffsack oder mit Kompressen, die in antiseptischen (keimtötenden) Mitteln getränkt wurden, steril gehalten werden. Vorbeugend wird dem Kind Antibiotika verabreicht. Zur weiteren Behandlung einer Omphalozele wird eine Operation in der kinderchirurgischen Abteilung notwendig, bei der die Organe wieder in den Bauchraum versetzt und die Lücke der Bauchwand verschlossen werden. Ziel der Operation ist es, die Bauchdecke zu stabilisieren und wieder ordnungsgemäß zu verschließen. Bei einem schwerwiegenderen Nabelschnurbruch muss gegebenenfalls eine weitere Sitzung erfolgen, um weiteren Komplikationen entgegenzuwirken. In der Regel wird nur in Ausnahmefällen auf eine Operation verzichtet, da sonst ein erhöhtes Risiko für Folgeschäden besteht. Ist eine Operation nicht möglich oder wird diese von der Mutter abgelehnt, können konservative Therapien versucht werden. Diese weisen jedoch nur geringe Erfolgschancen auf und haben ein erhöhtes Risiko für weitere Komplikationen, im Gegensatz zur operativen Therapie.