Lakritz in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft haben viele Frauen Heißhungerattacken auf bestimmte Nahrungsmittel: Mal auf etwas Deftiges, mal auf was Saures – zwischendrin darf es auch gerne etwas Süßes sein oder am liebsten: alles auf einmal :-).  Eine beliebte Nascherei ist dabei die leckere Lakritz in der Schwangerschaft. Allerdings sollte ein übermäßiger Verzehr von Lakritz in der Schwangerschaft besser vermieden werden, da laut Studien zu viel davon zu Frühgeburten und Schädigungen des Ungeborenen führen kann.

Warum ist zu viel Lakritz in der Schwangerschaft gefährlich?

Gerade wenn die plötzlichen Heißhungerattacken auf süßes mit salzigem Nebengeschmack auftreten, greifen Frauen gerne mal zu Lakritz in der Schwangerschaft. Allerdings hat die schwarze Süßigkeit laut einigen Studien negativen Einfluss auf die Entwicklung von ungeborenen Kindern und ist somit ein „verbotenes Lebensmittel in der Schwangerschaft„. In einer Studie, die durch Forscher der University of Helsinki und der University of Edinburgh durchgeführt wurde, wurden die Auswirkung des Konsums von Lakritz in der Schwangerschaft auf die Schwangeren und deren Kindern untersucht. Das Ergebnis sah wie folgt aus:

  • Kinder, deren Mütter während ihrer Schwangerschaft viel Lakritz gegessen haben, schnitten bei Intelligenztests schlechter ab und wiesen öfter Verhaltensauffälligkeiten wie ADSH (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) auf
  • Mütter, die besonders viel Lakritz in der Schwangerschaft gegessen haben, hatten ein doppelt so hohes Frühgeburts-Risiko, als andere schwangere Frauen

Aus der Studie ging hervor, dass die Gefahr von Lakritz in der Schwangerschaft im eigentlich gesunden Süßholzwurzelextrakt, genauer gesagt im Glycyrrhizin, der die Funktion der Plazenta beeinträchtigen kann, liegt. Die Plazenta würde durch das Glycyrrhizin durchlässiger für Stresshormone sein. An Kindern, deren Mütter zu viel Lakritz gegessen haben, wurden dreimal höhere Cortisol-Level gemessen, als bei Kindern, deren Mütter kein, bis nur sehr wenig Lakritz gegessen hatten.

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Cortisol ist ein Stresshormon, dass oft in Zusammenhang mit der Entwicklung von Diabetes und Übergewicht zusammengeführt wird. Bereits 1g Glycyrrhizin kann höhere Cortisol-Werte verursachen. Andere Untersuchungen konnten einen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Lakritz und den kognitiven Fähigkeiten der Kinder feststellen. Bei Müttern, die mehr als 100g Lakritz in der Woche gegessen hatten, wurden vermehrt Verhaltens- und Konzentrationsprobleme bei den Kindern erkannt. Als Richtwert sollte der Verzehr von Lakritz in der Schwangerschaft auf nicht mehr als 100g am Tag gelten (ca. 7 Lakritzschnecken von HARIBO).

Lakritz in der Schwangerschaft

Ein übermäßiger Verzehr von Lakritz in der Schwangerschaft ist gefährlich für das ungeborene Kind. Der Verzehr sollte daher nicht mehr als 100g am Tag überschreiten.

Was ist in Lakritze enthalten?

Die Lakritze verdankt ihren bitter-süßlichen Geschmack und die schwarze Farbe, dem Zusatz der Süßholzpflanze (Glycyrriza glabra). Lakritze wird insbesondere im Norden Deutschlands gerne in Form von Bonbons oder Gummibärchen verzehrt, da sie sehr lecker und vor allem gesund ist. Die Süßholzpflanze wird als Naturheilmittel betrachtet, das gegen Husten, Schnupfen oder Heiserkeit verwendet werden kann und Stress reduzieren kann. Lakritzwaren in Deutschland enthalten mindestens 3 Prozent Süßholzextrakt, Zucker, Glukosesirup, Weizenmehl, modifizierte Stärke oder Gelatine, Kochsalz und diverse Aromen. Desweiteren ist Glycyrrhizin ein natürlicher Bestandteil in der Lakritz. Bei einem Glycyrrhizin-Gehalt unter 0,2g/100g spricht man von „Lakritz“, hierunter fällt auch „Kinderlakritze“. Ab einem hohen Glycyrrhizin-Gehalt von mehr als 0,2g/100g muss die Lakritzware als „Starklakritz“ gekennzeichnet werden. In Deutschland ist zudem ein maximaler Zusatz von 2 Prozent Salmiaksalz erlaubt.

Tipp: Es gibt noch ganz viele anderen Leckereien, die Sie neben Lakritz in der Schwangerschaft genießen können :-)! Nutzen Sie die Zeit z.B. um Neues zu probieren! Amerikanische Süßigkeiten, die es in deutschen Läden nicht zu kaufen gibt, gibt es massenweise in Online-Shops.