KiSS-Syndrom – Ursachen, Symptome & Therapie

Das KiSS-Syndrom (Kopfgelenk-induzierte Symmetrie-Störung) bezeichnet eine Fehlstellung der ersten beiden Halswirbel beim Baby, die die Wirbelsäule mit dem Kopf verbinden. Diese Fehlstellung soll spätere Verhaltensstörungen und Störungen in der Körperhaltung bei Babys und Kleinkindern verursachen. Da der Zusammenhang zwischen der Fehlstellung und ihren nachgesagten Folgen in der Wissenschaft noch nicht bewiesen werden konnte, wird dem KiSS-Syndrom in der Wissenschaftsgemeinde keine Bedeutung beigemessen.

KiSS-Syndrom: Bedeutung und Kritik

Das KiSS-Syndrom (Kopfgelenk-induzierte Symmetrie-Störung) bezeichnet die Fehlstellung der ersten beiden Halswirbel und ihre Folgen beim Baby. Die Diagnose wird oft bei Säuglingen gestellt, die im Krankenhaus mithilfe von Hilfsmitteln (z.B. einer Zange oder einer Saugglocke) auf die Welt gebracht wurden. Es lässt sich davon ausgehen, dass diese Hilfsmittel zu einer Fehlstellung der ersten beiden Halswirbel beim Baby führen können. Die Fehlstellung kann schließlich zu einer Asymmetrie des Kopfes zum Körper führen, die mitunter dauerhafte Schmerzen nach sich ziehen kann. Die Theorie dieses „Krankheitsbildes“ wird jedoch von einem großen Teil der Schulmediziner kritisiert, da keine wissenschaftlichen Untersuchungen vorliegen. Dennoch diagnostizieren einige Alternativmediziner das KiSS-Syndrom und empfehlen dementsprechend osteopathische oder physiotherapeutische Therapien. Die Kosten für eine Behandlung des KiSS-Syndroms wird in Deutschland nicht von den Krankenkassen übernommen.

KiSS-Syndrom

Das KiSS-Syndrom (Kopfgelenk-induzierte Symmetrie-Störung) beschreibt eine Fehlstellung der oberen Halswirbel beim Baby.

KiSS-Syndrom: Ursachen und Symptome

Es wird vermutet, dass die Ursachen für das KiSS-Syndrom in diversen Problemen bei der Geburt liegen. Beispielsweise wenn der Kopf des Babys unter zu hohem Druck durch den Geburtskanal gepresst wird oder wenn das Kopfgelenk durch zu viele Drehbewegungen während der Geburt stark belastet wird. Besondere Risikofaktoren für ein KiSS-Syndrom sind Geburten, bei denen Hilfsmittel (z.B. Saugglocke oder Zange) oder (Notfall-)Kaiserschnitte notwendig werden, wenn ein Baby ein Geburtsgewicht von über 4.000 Gramm erreicht oder auch Geburten mit Zwillingen bzw. Mehrlingen. Eine weitere Ursache kann auch die Steißlage im Mutterleib während der Schwangerschaft sein, die ungefähr ab der 34. SSW auftreten kann. Babys, die unter dem Syndrom leiden, neigen dazu ihren Kopf und Rumpf schief zu halten und weisen gegebenenfalls eine asymmetrische, abgeplattete Schädelform auf. Ein auffälliges Verhalten ist, dass betroffene Babys die Bauchlage meiden und nur ungerne krabbeln. Weitere mögliche KiSS-Syndrom-Symptome sind:

  • Berührungsempfindlichkeit beim Hochheben
  • Kopfdreh- und Halteschwäche
  • Minderentwicklung einer Gesichtshälfte
  • Probleme beim Trinken (Schluckschwierigkeiten, häufiges Sabbern)
  • Schieflage im Babybett
  • Schlafstörungen
  • Stillprobleme (einseitig)
  • Unruhe
  • vermehrtes Weinen und Schreien (deswegen kann das Syndrom auch mit 3-Monats-Koliken verwechselt werden)

Die Symptome müssen nicht alle gleichzeitig auftreten und können auch auf andere Krankheiten hindeuten. Bei Auffälligkeiten, Sorgen und Zweifeln sollte immer ein Arzt um Rat gefragt werden.

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Folgen und Therapiemöglichkeiten

Bleibt ein KiSS-Syndrom im Säuglingsalter unbehandelt, kann es zum KiDD-Syndrom (Kopfgelenk-induzierte Dyspraxie/Dysgnosie) führen. Diese Folgeerscheinung bezeichnet die Unfähigkeit zur Ausführung von erlernten Bewegungen, obwohl Wahrnehmungs- und Bewegungsfähigkeit vorhanden sind (Dysoraxie) und eine gestörte Wahrnehmung (Dysgnosie).  Bei Kindern im Schulalter treten Lernschwierigkeiten (z.B. Rechenschwäche), Konzentrationsschwierigkeiten, Wahrnehmungsstörungen, Aggressivität und Hyperaktivität oder Haltungsschwächen auf. Im Erwachsenenalter können sich die Folgen zu erheblichen Beeinträchtigungen entwickeln, wie z.B. chronische Rückenschmerzen, Halswirbelsäulenbeschwerden, Bandscheibenvorfälle, Bewegungs- und Gleichgewichtsstörungen oder Schwindel und Ohrgeräusche. Eine gute Therapiemöglichkeit für das KiSS-Syndrom bietet die manuelle Therapie nach Gutmann (Hio-Technik bzw. Atlastherapie nach Arlen). Diese Therapieform soll die Symmetrie der verschobenen Halswirbel wiederherstellen. In der Regel reicht eine einmalig erfolgende manuelle Therapie aus, allerdings kann eine osteopathische Therapie nach vier Wochen als Unterstützung durchgeführt werden.