Heiminsemination – Ablauf, Durchführung & Rechtliches

Eine Heiminsemination (Selbstinsemination) bezeichnet die Form des Samenspendens, bei der die Spermien eines Dritten (privater Samenspender) zur Befruchtung herangezogen werden und die Insemination zu Hause durchgeführt wird. Früher wurde diese Form fast ausschließlich nur von homosexuellen Frauen bevorzugt, wohingegen heutzutage immer mehr heterosexuelle Paare mit unerfülltem Kinderwunsch auf die Heiminsemination zurückgreifen.

Heiminsemination – Ablauf einer Selbstinsemination

Bei einer Heiminsemination entscheiden sich Paare mit Kinderwunsch, eine künstliche Befruchtung selbst von zu Hause aus vorzunehmen (daher auch Selbstinsemination), in dem die Spermien eines Samenspenders zur Befruchtung herangezogen werden. Aus diesem Grund können die Samenspende und die Insemination in derselben Wohnung stattfinden. Zunächst klingt diese Form des Samenspendens ziemlich einfach, jedoch ist eine Selbstinsemination mit viel Planungs- und Organisationsaufwand verbunden. Die Zeit der Befruchtung muss zunächst mit dem Zyklus der Frau abgestimmt werden, um die fruchtbaren Tage zu finden und während der Samenspende und Insemination muss eine angenehme und entspannte Atmosphäre geschaffen werden, was unter dem „Erfolgsdruck“ ein Kind zu zeugen, nicht immer einfach ist. Der Druck, der bei jedem Versuch ein Kind zeugen zu wollen entsteht, sollte nicht unterschätzt werden. Daher ist es wichtig, die Atmosphäre der beiden Zimmer positiv zu gestalten. Ebenfalls sollte vor der eigentlichen Insemination die Anwendung mit einer Spritze oder einer Besamungskappe geübt werden. Wem die Heiminsemination zu kompliziert ist, für den könnte die heterologe Insemination eine alternative Lösung zur Erfüllung des Kinderwunsches darstellen.

Heiminsemination

Bei einer Heiminsemination erfolgt die Insemination zu Hause.

Heiminsemination – Planung und Durchführung

Die Heiminsemination sollte zum bestmöglichen Zeitpunkt stattfinden, um ein positives Ergebnis zu erzielen. Daher ist es wichtig, die fruchtbaren Tage gezielt zu beobachten, was beispielsweise mit einem Fruchtbarkeitsrechner, einem Eisprungkalender, einem Eisprungtest, einem Menstruationskalender oder einem Zyklusrechner möglich ist. Mit dem Wissen wann die fruchtbaren Tage einsetzen bzw. wann der Eisprung stattfindet, lässt sich die künstliche Befruchtung so zielgerichtet wie möglich vornehmen. Für die Planung des Tages der Heiminsemination werden zudem folgende Hilfsmittel benötigt:

  • Datum des Eisprungs
  • Spendersamen und Behältnis zum Auffangen der Spendersamen (Plastik oder Glas)
  • Plastikspritze (ohne Nadel) oder Besamungskappe (alternativ: Menstruationstasse)
  • bequemes Kissen, um die Beine und Hüfte nach der Insemination hochzulegen

Nachdem die Spendersamen erfolgreich aufgefangen wurden, kann mit der Durchführung der Heiminsemination fortgesetzt werden. Die Spendersamen werden mit entweder mit der Spritze oder der Besamungskappe in die Vagina eingeführt und im Anschluss mindestens 30 Minuten auf dem Rücken liegend gewartet, um zu gewährleisten, dass die Spendersamen in der Nähe des Muttermundes bleiben. Alternativ zur recht kostspieligen Besamungskappe, kann auch eine einfache Menstruationstasse verwendet werden. Dazu drückt man die mit der Samenspende befüllte Menstruationstasse leicht ein und führt sie vorsichtig in die die Vagina. Anschließend wird sie sorgfältig in Richtung der Gebärmutter geschoben. Das Einsetzen der Besamungskappe oder Menstruationstasse sollte unbedingt mehrmals geübt werden, bevor die Insemination stattfindet, um eine korrekte Anwendung und ein positives Ergebnis zu gewährleisten. Ein frühester Schwangerschaftstest kann anzeigen, ob die Befruchtung erfolgreich war.

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Rechtliche Hinweise

Im Rahmen einer privaten Samenspende baut die Heiminsemination auf gegenseitiges Vertrauen. Es empfiehlt sich allerdings für den Samenspender, sich in einem Samenspende-Vertrag rechtlich abzusichern, um sich vor Unterhaltszahlungen zu schützen. Auch für die Empfängerin der Samenspende ist ein Vertrag von Vorteil, da ihr Partner an die Stelle des Samenspenders rückt, auch wenn er genetisch betrachtet, nicht der Vater ist. Bei einem verheirateten Ehepaar gilt der Ehemann automatisch als Vater des Kindes und muss somit für den Unterhalt aufkommen, es sei denn er zweifelt die Vaterschaft innerhalb einer Frist von zwei Jahren an.