Erkältung oder Grippe bei Kindern

Eine Erkältung wird auch als grippaler Infekt bezeichnet, hat aber eindeutig nichts mit einer Grippe zu tun – auch wenn manche Symptome der beiden Erkrankungen recht ähnlich sind. In der Regel kommt eine Grippe aus dem nichts und verläuft heftiger. Eine Erkältung entwickelt sich dagegen langsamer und beginnt meist mit Halsschmerzen und Schnupfen. Woran Sie unterscheiden können, ob Ihr Kind eine Erkältung oder Grippe hat, lesen Sie in diesem Beitrag.

Was hat mein Kind? Erkältung oder Grippe – die Unterschiede

Vorab: Eins haben Grippe oder grippaler Infekt gemeinsam, beide werden durch Viren verursacht, allerdings von unterschiedlichen Vertretern. Häufige Erkältungsviren sind zum Beispiel Rhinoviren oder Adenoviren. Die echte Grippe wird durch Influenza-Viren hervorgerufen.

Dringen Viren in den Körper ein, hat das verschiedenste Auswirkungen. Es entstehen eine Reihe von Krankheitssymptomen bei Babys und Kleinkindern. Symptome bei Erkältung oder Grippe äußern sich folgendermaßen.

Symptome bei einer Erkältung:

  • Das Kind räuspert sich häufig und berichtet über einen kratzenden Hals und Halsschmerzen. Babys und Kleinkinder mögen eventuell nichts trinken oder essen.
  • Die Nase des Babys oder Kindes beginnt zu laufen. Zunächst ist das Sekret klar und flüssig. Nach ein paar Tagen wird der Schnupfen zähflüssiger und das Sekret kann sich grünlich oder gelblich verfärben. Das ist übrigens kein Hinweis darauf, ob Viren oder Bakterien hinter dem Infekt stecken.
  • Zunächst kommt es zu Hustenreiz und trockenem Husten. Nach ein paar Tagen wird der Husten produktiv: Schleim wird abgehustet.
  • Die Beschwerden bessern sich meist nach einer Woche, das Baby und Kleinkind ist während einer Erkältung wenig beeinträchtig. Lediglich der ruhige Schlaf kann durch Halsschmerzen, eine verstopfte Nase und Husten bei allen Familienmitgliedern beeinträchtig sein.
  • Begleitend kann leichtes Fieber auftreten.

Symptome bei einer Grippe:

  • Das Kind fühlt sich von jetzt auf gleich ziemlich krank. Kleinere Kinder und Babys, die sich noch nicht anders artikulieren können, weinen mehr als sonst, sind müde und matt und machen insgesamt einen erschöpften Eindruck.
  • Begleitend tritt hohes Fieber auf, das innerhalb von Stunden stark ansteigt. Bei Kindern können Temperaturen um 40° Celsius beobachtet werden.
  • Das Kleinkind klagt über Kopfschmerzen, oder es sagt, dass ihm Arme und Beine wehtun. Das spricht für Gliederschmerzen, die bei Grippe typisch sind.
  • Trockener Husten ohne Schleim und eine verstopfte und/oder laufende Nase können hinzukommen.

Bitte beachten Sie: Die vorgestellten Symptome sind kein Garant dafür, dass Ihr Kind eine Erkältung oder Grippe hat. Es gibt sowohl mildere Verläufe einer Grippe, als auch heftige bei einer Erkältung. Manchmal kommen auch andere Erkrankungen hinzu (z.B. Dreitagefieber bei Babys unter drei Jahren) oder Bakterien gesellen sich zur Virusinfektion. Dann ist unbedingt ein Arzt erforderlich, der das Kind untersucht.  Wenn es Ihrem Baby oder Kleinkind nicht gut geht, Fieber hat oder sich die Symptome nicht bessern, suchen Sie in jedem Fall Ihren Kinderarzt auf.

Erkältung oder Grippe – Gemeinsamkeiten bei der Behandlung

Antibiotika können weder bei Erkältung noch Grippe etwas ausrichten. Sie sind nur wirksam, wenn Bakterien mit im Spiel sind, gegen Viren sind sie dagegen machtlos. Die Behandlung einer Erkältung oder Grippe bei Kindern zielt vor allem auf die Linderung der Symptome ab. Wichtig ist, dass Sie für Ihr Kind da sind und darauf achten, dass es ausreichend trinkt, vor allem wenn der Infekt von Fieber begleitet wird. Der Einsatz von fiebersenkenden und schmerzlindernden Medikamenten, wie Paracetamol oder Ibuprofen, sollten Sie mit Ihrem Kinderarzt absprechen. Auch die Anwendung von Nasentropfen, Hustensaft oder weiteren Medikamenten werden am besten mit dem Arzt abgestimmt.

Erkältung oder Grippe bei Kindern

Eine Grippe kommt plötzlich und hat einen heftigen Krankheitsverlauf. Eine Erkältung entwickelt sich meist langsam und beginnt mit Halsschmerzen und Schnupfen.

Warum wird mein Kind in Herbst und Winter immer wieder krank?

Gerade in der kalten Jahreszeit haben Grippe und Erkältung Hochsaison. Das liegt nicht nur daran, dass sich Viren bei kühleren Temperaturen leichter vermehren, sondern auch am Immunsystem. Säuglinge und Kleinkinder sind besonders anfällig für Atemwegsinfektionen, da ihr Immunsystem noch lernen muss, die Krankheitserreger zu bekämpfen. Außerdem verschlechtert Kälte die Durchblutung, so dass die Abwehr an den Orten des Infekts zusätzlich geschwächt ist. Dringen beispielsweise Erkältungsviren in eine kühle Kindernase ein, sind dort nicht so viele Immunzellen wie sonst vorhanden, um die Eindringlinge rechtzeitig abzuwehren.

Wo und wie stecken sich Kinder an?

Kleinere Kinder stecken sich bei ihren Spielkameraden, Familienmitgliedern oder in der Kita/im Kindergarten an. Meist geschieht das durch die sogenannte Tröpfcheninfektion. Durch kleinste Tröpfchen verteilen sich Erkältungsviren oder Influenza-Viren in der Luft. Beim Sprechen, Lachen, Husten oder Niesen gelangen die Viren in die Atemwege des Kindes und können sich zunächst vor allem in Nase und Rachen ausbreiten. Dort entstehen oft die ersten Erkältungssymptome wie Halskratzen, Halsschmerzen und eine laufende Nase. Die Schmierinfektion ist ein weiterer Übertragungsweg für die Krankheitserreger. Haften diese an Spielzeug, Türklinken oder Textilien können diese durch Kinderhände an Nase und Mund gelangen und sich dort vermehren.

Kann man einer Erkältung oder Grippe vorbeugen?

Ganz verhindern können Sie die Ansteckungsgefahr für Erkältung oder Grippe nicht. Außerdem ist es wichtig, dass das Immunsystem Ihres Kindes trainiert wird, um mit verschiedensten Krankheitserregern fertig zu werden. Das Risiko für eine Ansteckung können Sie mindern, indem Sie folgende Ratschläge befolgen:

  • Bringen Sie Ihrem Kind so früh wie möglich bei, sich regelmäßig und vor allem vor dem Essen die Hände zu waschen. Am besten klappt das, wenn Sie das gemeinsam tun und ein gutes Vorbild sind.
  • So unhöflich es klingen mag, bitten Sie Bekannte, Freunde oder Paten darum, nur zu Besuch zu kommen, wenn sie selbst gesund sind.
  • Ziehen Sie sich und Ihr Kind stets warm genug an, damit es Erkältungs- und Grippeviren schwer haben. Im Winter hat sich das Zwiebelprinzip bewährt. Mehre Kleidungslagen können beim Wechsel von warm zu kalt, angezogen oder abgelegt werden.

Grippeimpfschutz schon für die Kleinsten?

Eine Impfung gegen Erkältungsviren ist nicht möglich. Es gibt zu viele verschiedene Viren, die sich obendrein fortlaufend ändern, als dass man schnell genug einen passenden Impfstoff entwickeln könnte. Allerdings wird jedes Jahr eine Grippeschutzimpfung angeboten, die für Babys ab dem sechsten Monat geeignet ist. Über eine Impfung sollten Eltern dann nachdenken, wenn das Kind sehr oft krank ist, an einer chronischen Erkrankung leidet oder zu früh geboren wurde. Lassen Sie sich von Ihrem Kinderarzt beraten, wann und ob eine Impfung sinnvoll ist. Übrigens: Die Grippeimpfung muss jedes Jahr aufgefrischt werden, da sich die Influenza-Viren ebenfalls ständig ändern. Auch nach einer bereits durchgemachten Grippe ist Ihr Kind nicht lebenslang immun und kann im Kindes- oder Erwachsenenalter erneut an einer Grippe erkranken.